Freiheit mit Rücksicht

WILDHAUS/GRABS ⋅ Gemeinde, Forst, Jagd und Naturschutz kontrollieren gemeinsam die Einhaltung der Schutzzonen. Mit wachsendem Erfolg.
15. Februar 2018, 06:54
Doris Büchel

An vier bis fünf Tagen pro Saison – so auch heuer anfangs Februar – treffen sich in Wildhaus Wildhüter, Gemeindepolizisten, Forstingenieure, Revierförster, Jäger sowie ehrenamtliche Naturschutz-Aufseher zur Kontrolle der Schutzgebiete rund um Neuen­alp und Gamperfin.

Ausgerüstet mit Warnwesten, Feldstechern, Funkgeräten und Bussenprotokollen, auf Schneeschuhen oder Ski, verteilen sich die Kontrolleure während drei bis vier Stunden an verschiedenen Posten, um Ausschau zu halten nach fehlbaren Wintersportlern.
 

Leidtragende des Vergnügens sind Wildtiere

Fehlbar sind alle, die sich – trotz Hinweistafeln und Absperrungen – in die Schutzgebiete begeben und die markierten Pisten verlassen. Weshalb sie das tun, liegt auf der Hand: An sonnen- und pulverschneereichen Tagen versprechen unberührte Tiefschneehänge ein Maximum an Freude für Schneeschuh-Wanderer, Freerider und Skitourengänger. Leidtragende des Vergnügens sind die Wildtiere, insbesondere das Rotwild, sowie die gefährdeten Auerhühner. «Wildtiere können sich an die Anwesenheit von Wintersportlern gewöhnen, wenn diese jene Bereiche meiden, die den Wildtieren als Refugium zum Überleben dienen», weiss Maurizio Veneziani. Der Forst­ingenieur ist Koordinator des Pilotprojektes «Vollzug von Massnahmen zum Schutz des Lebensraumes für Wildtiere», das 2007 von Kantonsforstamt, Amt für Jagd, Natur und Fischerei sowie der Politischen Gemeinde Grabs lanciert wurde.
 

Erfolg dank Bussen und Prävention

Verlaufen die Kontrollen ruhig, wird die Möglichkeit genutzt, um mit Wintersportlern zu reden und Aufklärungsarbeit zu leisten. Werden aber Übertretungen festgestellt, werden diese auf jeden Fall angezeigt und gebüsst. Die Höhe der Bussen liegt dabei im Ermessen der Staatsanwaltschaft und kann bis zu 900 Franken betragen. Am vergangenen Samstag entdeckten die Kontrolleure im Gebiet Gamperfin zwar frische Spuren innerhalb der Schutzzonen, die fehlbaren Personen konnten allerdings nicht eruiert werden. Tendenziell zeige die Präsenz Wirkung, so Veneziani, der nach rund drei Stunden entscheidet, die Kontrolle für diesen Tag abzubrechen.

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