Der «Ochsen» soll erhalten bleiben

SEVELEN ⋅ Der Verwaltungsrat der Ortsgemeinde möchte das Restaurant im Zentrum sowie die benachbarte Liegenschaft für 725000 Franken kaufen. Das Geschäft untersteht dem fakultativen Referendum.
11. April 2018, 17:12
Heini Schwendener

Wie lange gibts den «Ochsen» als letzte traditionelle Dorfbeiz im Zentrum von Sevelen noch? Diese Frage treibt seit einiger Zeit etliche Sevelerinnen und Seveler um. Geht es nach dem Verwaltungsrat der Ortsgemeinde, lautet die Antwort: noch lange. Er möchte das Restaurant sowie die benachbarte EinfamilienhausLiegenschaft für 725000 Franken kaufen. Dafür gäbe es also das stattliche «Ochsen»-Gebäude mit Stall sowie ein Einfami-lienhaus mit zwei Garagen auf 718 bzw. 391 Quadratmetern Grundfläche in der Kernzone.

Der Kauf der beiden Parzellen 145 und 146 untersteht dem fakultativen Referendum. Werden in der Frist vom 10. April bis zum 20. Mai 149 gültige Unterschriften eingereicht, können die Ortsbürgerinnen und Ortsbürger über den Kauf abstimmen.

«Wir wollen einen Beitrag ans Dorfleben leisten»

Für den Kauf dieser Liegenschaften gibt es gemäss Peter Engler, Präsident der Ortsgemeinde Sevelen, einen Hauptgrund: «Wir wollen, dass nicht auch noch der ‹Ochsen› aus dem Zentrum verschwindet. Weil wohl kein Privater Investitionen für den Erhalt dieses Restaurants tätigen würde, haben wir uns entschlossen, den ‹Ochsen› zu kaufen, damit er auch in Zukunft erhalten bleibt. Wir wollen damit also einen Beitrag ans Dorfleben leisten.»

Der Verwaltungsrat sei von Ortsbürgern auch schon aufgefordert worden, der Politischen Gemeinde das Restaurant Drei Könige abzukaufen. Daraus wurde aber nichts. In einer Strategiesitzung hat der Verwaltungsrat danach den Kauf des «Ochsens» ins Auge gefasst. Dieser wurde der Ortsgemeinde nicht etwa angeboten, sondern der Verwaltungsrat hat den Kontakt mit dem Eigentümer, dem die Parzellen 146 («Ochsen») und 145 gehören, gesucht. Dieser zeigte sich verkaufsbereit. So kam es zur Referendumsvorlage über den Kaufpreis von 725 000 Franken. Engler ist überzeugt, dass die Ortsbürgerschaft diesen Kauf billigt, denn es liege doch sicher im Interesse der Mehrheit und der Gemeinde, dass es auch künftig im Zentrum ein Restaurant gibt.

«Einige überschaubare Investitionen»

Kommt der Kauf diesen Sommer zustande, so wird vorderhand kaum etwas an der Situation verändert. Das Einfamilienhaus ist und bleibt vermietet, der «Ochsen»-Pächter, der nur zu gerne weitermachen würde, erhält einen neuen Pachtvertrag und es werden gemäss Peter Engler «einige überschaubare Investitionen» in der Küche und im WC-Bereich getätigt.

Danach bleibe dem Verwaltungsrat genug Zeit, um sich strategische Gedanken über die Zukunft der Liegenschaften zu machen, mit dem Ziel, das Restaurant zu erhalten. «So ein Restaurant ist auch ein Stück Kulturgut einer Gemeinde», sagt Engler und unterstreicht damit erneut die Bedeutung dieses Kaufs. «Uns bietet sich eine einmalige Chance», so der Präsident, «wir möchten uns nicht vorwerfen lassen, wir hätten diese nicht erkannt oder sie nicht rechtzeitig genutzt.» Engler glaubt an die Zukunft des «Ochsens». Die Ortsgemeinde sei ja nicht gewinnorientiert und könne dem Pächter mit einem fairen Zins eine Existenz ermöglichen.

Sevelen wäre nicht die einzige Ortsgemeinde mit einem Restaurant. So besitzt z. B. die viel reichere Ortsgemeinde Buchs das Berghaus Malbun, dessen Neubau 2013 eröffnet wurde. Und die Ortsgemeinde Salez hat jüngst den «Löwen» übernommen und prächtig restauriert.


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