Der geplante Brunnen gab zu reden

GRABS ⋅ Wahlen standen im Zentrum der Bürgerversammlung der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Grabs-Gams. Eine rege Diskussion entflammte in der allgemeinen Umfrage um die Kirchplatzgestaltung.
07. April 2018, 12:00

Hanspeter Thurnherr

Wichtigstes Traktandum an der Bürgerversammlung im Kirchgemeindehaus waren die Neuwahlen der Kirchenvorsteherschaft (Kivo), der Synodalen und der Geschäftsprüfungskommission (GPK) für die Amtsdauer Juli 2018 bis Juni 2022. In der Vorsteherschaft treten Aktuarin Christa Müller nach fünf Jahren, Martin Erb nach vier Jahren sowie Präsident Karl-Heinz Haedener nach 13 Jahren zurück. Nebst den bisherigen Waltraud Eggenberger, Esther Grässli und Vizepräsident Thomas Gantenbein wählten die 96 anwesenden Kirchbürgerinnen und Kirchbürger Daniel Saluz, Peter Schiemann und Urs Kunz als neue Vorsteher. Für den scheidenden Präsidenten konnte noch keine Nachfolge gefunden werden. Vorerst werden zwei Kivo-Mitglieder interimistisch dessen Tätigkeiten übernehmen.

Ein Synodalensitz noch offen

In der GPK tritt Monika Wirz nach acht Jahren zurück. Als ihre Nachfolgerin wählte die Versammlung Brigitte Tinner. Bestätigt wurden Martina Bocek und Simon Gabathuler sowie die Ersatzmitglieder Margrith Stricker und Mathias Engler. Die Versammlung wählte die fünf bisherigen Abgeordneten Vicky Gabathuler, Esther Grässli, Anni Vetsch, Martin Frey und Hansjörg Rüesch erneut als Synodalen. Weil Grabs durch die neue Sitzverteilung im kantonalen Kirchenparlament sieben Sitze zustehen, wurde Verena Aerni als weitere Synodale gewählt. Für den siebten Sitz konnte noch niemand gefunden werden.

Ohne Gegenstimmen fanden die Rechnung 2017 und das Budget 2018 Zustimmung. Die Rechnung weist einen Fehlbetrag von 35300 Franken auf. Budgetiert war eine ausgeglichene Rechnung. Das Budget geht bei gleichbleibendem Steuerfuss von 27 Prozent und einem Steuerbedarf von 1,885 Mio. Franken von einem ausgeglichenen Ergebnis aus.

Vizepräsident Thomas Gantenbein stellte dann die Idee für den Brunnen auf dem Kirchplatz vor. Dieser war im Rahmen des Baus des Kirchgemeindehauses in der Umgebungsplanung vorgesehen, bisher aber noch nicht realisiert. Der Brunnen, der gut 30000 Franken kosten wird und im Planungskredit für das Kirchgemeindehaus enthalten war, soll auch für die Erwachsenentaufe benutzbar sein. Die Mehrkosten für einen «tauffähigen» Brunnen seien etwa 8000 Franken.

 

Erwachsenentaufe befeuert Brunnendiskussion

Wie Pfarrer John Bachmann erläuterte, habe die bisherige Erwachsenentaufe im Voralpsee gewisse (Wetter)-Nachteile. Es sei zu erwarten, dass sich künftig immer mehr junge Erwachsene taufen lassen wollen. Wie Pfarrer Martin Frey erläuterte, greife der Brunnen mit seiner Form als Vierpass eine klassische gotische Form auf, die auch in der Kirche Grabs x-mal vorkomme. Weitere symbolische Zahlen in der Gestaltung des Brunnens sind die Acht und die Drei.

In der engagierten Diskussion kritisierten mehrere Votanten, dass die Erwachsenentaufe nicht Praxis in der kantonalen Kirche sei. Der Kirchplatz samt Brunnen soll ein Ort der Stille sein. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis wurde angesprochen. Zudem sollte die Gesamtgemeinde –nicht nur die aktuell anwesenden– entscheiden können. Andere Votanten setzten sich vehement für die Erwachsenentaufe ein. Man solle diese mit dem Brunnen ermöglichen. Schliesslich mahnte ein Kirchbürger beide Seiten. Man solle den Brunnen einfach als künstlerischen Schmuck anschauen und ihn nicht mit der Frage der Erwachsenentaufe «aufladen». Eine nicht bindende Abstimmung (da nicht traktandiert) ergab eine Mehrheit für die Brunnenidee. Ein Bürger sagte, wenn der Beitrag für den Brunnen bereits mit dem Kredit für das Kirchgemeindehaus gesprochen wurde, brauche es keine neue Abstimmung mehr. «Wir wollten eure Meinungen hören und werden diese aufnehmen», schloss Thomas Gantenbein.


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