Viel Kuh- und Politprominenz

WATTWIL ⋅ Am Donnerstag ging in der Markthalle Toggenburg die Betriebsmeisterschaft über die Bühne, und die zahlreichen Besucher kamen in den Genuss der «Crème de la Crème». Unter den 42 anwesenden Betrieben waren auch sieben aus dem Toggenburg.
30. Dezember 2017, 05:23
Anna Gasser

Anna Gasser

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Bereits zum 13. Mal organisierte Emil Zwingli aus Wattwil zusammen mit seiner Frau Margrit und der ganzen Familie, den OK-Mitgliedern Christian Zwingli, Gottfried Jud und Ivan Louis sowie unzähligen treuen Helfern die Betriebsmeisterschaft. Die spezielle Art der Rangierung an dieser Schau (siehe Infokasten) sowie die ausserordentlich hohe Qualität der ausgestellten Tiere machen diese Schau zu einem besonderen Leckerbissen für jeden Braunviehzüchter.

Richter Paul Caduff, Speaker Martin Haab, Ehrendame, frischgewählte Braunviehkönigin Patrizia Hobi und Ringman Daniel Gasser arbeiteten geübt Hand in Hand, um die Rangierung der jeweils zwölf bis dreizehn Tiere der einzelnen Abteilungen nach den üblichen Schönheitsmerkmalen wie Format, Fundament, Euter und Zitzen voranzutreiben. Richter Caduff schaffte es immer wieder, Spannung zu erzeugen und die Tiere so aufzustellen, dass die Zuschauer um den Ring herum die Kühe von hinten und von vorne sahen. Emil und Margrit Zwingli verstehen es, die Schau zu einem Stelldichein von Prominenz und an der Basis tätigen Züchter, Bäuerinnen und Fans des Braunviehs zu machen. So waren unter den Ehrengästen unter anderem die Nationalräte Toni Brunner und Köbi Büchler, sowie der Schwyzer Ständerat Peter Föhn. Auch Reto Grünenfelder, Präsident von Braunvieh Schweiz, zeigte sich in seinem Grusswort beeindruckt von der Qualität der Tiere. Grünenfelder erwähnte die «historischen Abteilungen», in denen Kühe wie Bruno Mansers Joe Hanna oder Bigboy Polly von Franz Felder aus Marbach gezeigt werden, die ihre ersten Auftritte in Wattwil vor Jahren als junge, vielversprechende Kühe hatten und heute in Topform als ältere Kühe die Jugendlichkeit des Braunviehs bis ins hohe Alter verkörpern.

Je später, desto bessere Abteilungen

Auch Caduffs Kommentare liessen die Züchterherzen höherschlagen, während die Tiere geduldig im Ring standen: Gut aufgehängte, harmonische Euter, Breite in der Brust durch das ganze Tier hindurch, feine, elegante Kühe oder wie der Richter bei den zwei Abteilungen der älteren Kühe sagte: «Je später der Abend, desto hervorragender die Abteilungen». Zur Auflockerung durfte das Publikum nach der Rangierung der Abteilung 8 einen humorvollen Auftritt der Akro- batikgruppe Herkules geniessen. Anschliessend an die Rangierung der Abteilung 10 wurde der Gewinnerbetrieb des höchsten Milchwertes bekannt gegeben. Hier durfte sich auch dieses Jahr die achtköpfige Familie von Hansueli und Andrea Huser bereit machen. Überreicht wurde dieser Preis vom Präsidenten des St. Galler Braunviehzuchtverbandes, Andreas Wittenwiler. Dreizehn Kühe mit prächtigen Eutern drehten noch einmal ihre Runden und warteten auf die Vergabe des Schöneuter-Preises. Manch ein Zuschauer machte für sich eine mögliche Rangliste, froh darum, diese anspruchsvolle Aufgabe einen Profi überlassen zu können. Calvin Priscilla von Beni Schmid, gefolgt von Jongleur Silvana, Goldhill Genetics und Jongleur Elisa von Arpagaus, machten das Rennen. Der Betrieb Arpagaus aus Falera gewann anschliessend auch den Preis des bestrangierten Betriebs mit selber gezüchteten Kühen, eine ganz besondere Auszeichnung, braucht es doch viel Züchterglück, um mit solchen Tieren über Jahre die wichtigsten Braunviehschauen zu dominieren.

Nun folgte die Bekanntgabe der Betriebsrangliste. Speaker und Zürcher Kantonsrat Martin Haab bemerkte, dass es auf den Podestplätzen schon enger gewesen sei. Dies belegten die Zahlen: Überlegen gewann hier Adrian Arpagaus mit 53,4, vor Franz Felder mit 50,2 und Florin Georg aus Serneus mit 45,6 Punkten. Der eigentliche Höhepunkt der Betriebsmeisterschaft, die Wahl des Grand Champion, stand bevor. Die Reihen rund um den professionell beleuchteten Ring verdichteten sich. 20 Abteilungssiegerinnen machten den Titel unter sich aus. Richter Caduff sprach seine Dankesworte, doch der aufmerksame Besucher merkte, dass seine Gedanken bereits bei den top gestylten Kühen weilten.

Geleistet, was man will

Er bezeichnete sie alle als «Siegerinnen, die geleistet haben, was man will». Mit Unterstützung seiner Helfer und Helferinnen im Ring kürte er dann die berühmte Kuh Jongleur Elisa von Adrian Arpagaus zur Grand Champion vor der zweitrangierten Jongleur Silvana aus Romoos und der «honorable mentionned» Joe Hanna aus dem Betrieb Bruno Manser in Muolen. Ein gelungener Anlass war nach der Vergabe des Tombola Kalbes zu Ende und die Partygänger standen in den Startlöchern.

Die Resultate sind unter www.brownswiss.ch zu finden.


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