Rathaus für Kultur: Viel Zeit in die Vernetzung investieren

LICHTENSTEIG ⋅ Nach der Infoveranstaltung zum Rathaus für Kultur präsentieren die Organisatoren die Ergebnisse des Austauschs mit der Bevölkerung. Diese fliessen in die Planung ein.
17. April 2018, 06:00
Anina Rütsche
Ende Februar war der Kick-off, nun stehen weitere Schritte in Bezug auf das Rathaus für Kultur in Lichtensteig fest. Die Projektverantwortlichen haben nämlich in der Zwischenzeit die Erkenntnisse ausgewertet, die sie an der Info- und Austauschveranstaltung von Ende Februar gewonnen haben. Dies ist dem Newsletter zu entnehmen, den sie kürzlich versandt haben.

Am Anlass haben vor eineinhalb Monaten über 50 Interessierte teilgenommen. Im Rückblick heisst es: «In Gruppen fanden angeregte Diskussionen über Hoffnungen, Befürchtungen und Ideen statt.» Deren Ergebnisse werden nun gemäss Mitteilung der Verantwortlichen in die weitere Planung einfliessen.

Sirkka Ammann, Maurin Gregorin und Maura Kressig (von links) haben das Konzept für das Rathaus für Kultur in Lichtensteig ausgeheckt. Zoom

Sirkka Ammann, Maurin Gregorin und Maura Kressig (von links) haben das Konzept für das Rathaus für Kultur in Lichtensteig ausgeheckt.

In seiner Anfangsphase wird das Rathaus für Kultur von Maura Kressig und Sirkka Ammann aus Wattwil sowie von Maurin Gregorin aus Lichtensteig geführt. Im Rathaus sollen ab Frühjahr 2019 Kulturschaffende und Kulturvernetzer in einer inspirierenden Umgebung Ateliers und Proberäume mieten können, dies ohne Begrenzung in den verschiedenen Sparten.
 

Nicht alle Räume stehen unter Schutz

Zum Umgang mit den historischen Räumlichkeiten wird Folgendes festgehalten: «Im Rathaus sind einige Räume, beispielsweise das Treppenhaus, von historischem Wert. Diesen wird bei der Umnutzung speziell Sorge getragen.» In Absprache mit der Gemeinde und der kantonalen Denkmalpflege werden sie restauriert und in Stand gehalten, wie es in der Mitteilung des Rathaus-Teams heisst. Eine grosse Zahl der Räume sei jedoch weder geschützt noch von historischem Wert. Sie können deshalb als Ateliers verwendet werden.

Das Rathaus für Kultur wird vor allem in den kommenden Monaten und im ersten Betriebsjahr ab 2019 viel Zeit in die Vernetzung investieren. Die Projektleitung hat vor, andere Institutionen zu besuchen und das Rathaus für Kultur dort vorzustellen. Sofern möglich, sollen Kooperationen aufgegleist werden. Zu einer allfälligen Konkurrenz in Bezug auf das Chössi-Theater ist in den neusten Notizen zum Rathaus für Kultur festgehalten: «Das Chössi-Theater hat mit seiner Atelierwohnung einen anderen Fokus für Kulturschaffende.» Die beiden Institutionen können Synergien nutzen und interessierte Nutzer an die jeweils andere Organisation weiterleiten. So könne man voneinander profitieren, statt in Konkurrenz zu stehen.
 

Anwohner werden rechtzeitig informiert

Das Rathaus für Kultur wird öffentlich zugänglich, jedoch nie unbeaufsichtigt sein. Mehrmals wöchentlich wird die Geschäftsleitung, das Rathausbüro, anwesend sein und auch die Rathaus-Stube ist regelmässig geöffnet. Wie bereits im Februar kommuniziert wurde, ist vor dem Rathaus und im ersten Obergeschoss ein kleines gastronomisches Angebot geplant. Die Wohnung im dritten Stock kann künftig von jungen Kunstschaffenden gemietet werden, die als «Artists in Residence» vorübergehend in Lichtensteig weilen möchten. 

Am Abend nach den Öffnungszeiten wird das Rathaus für Kultur geschlossen sein. Gemäss den Angaben im Newsletter soll es eine Hausordnung geben, welche die Kunstschaffenden einhalten müssen. Bei grösseren Anlässen im Rathaus für Kultur informieren die Veranstalter die Anwohner rechtzeitig. Sollten sich Nachbarn dennoch vom Betrieb gestört fühlen, können sie vorbeikommen und Rückmeldungen dazu geben. Die Vorgaben zur Nachtruhe sollen respektiert und eingehalten werden, heisst es in der Ankündigung.
 

Zwischennutzung dauert fünf Jahre

Eine künstlerische Gesamtleitung wird es gemäss Ankündigung der Organisatoren nicht geben. Das Projekt soll breit abgestützt sein. Die Bevölkerung und die Besucher werden es im Laufe der Zeit mitgestalten.

Das Projekt ist als Zwischennutzung auf eine Pilotphase von fünf Jahren angelegt. Danach wird über eine definitive Umnutzung entschieden. «Sollte das Rathaus für Kultur den Betrieb nicht über fünf Jahre aufrechterhalten können, übernimmt die Gemeinde die Liegenschaft und definiert eine andere Nutzung», schreiben die Projektleiter in ihrer Auswertung.

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