Rahmtäfeli, brännti Mandle und Magebrot: Die Jahrmarktsaison geht los

REGION ⋅ Die Saison der Frühlingsjahrmärkte steht vor der Tür. Der Auftakt findet morgen Mittwoch in Kirchberg statt, doch auch in anderen Gemeinden des Toggenburgs kommen Marktinteressierte auf ihre Kosten.
17. April 2018, 16:22
Noëlle Lee
In ausgelassener Stimmung unter strahlend blauem Himmel Zuckerwatte essen. Mit dem Geruch von gebrannten Mandeln in der Nase über die Strasse schlendern. Der Tochter oder dem Sohn einen Ballon kaufen, während die Karussellmusik im Hintergrund trällert. Genau so sollte ein Besuch auf dem Jahrmarkt aussehen und bald haben die Toggenburgerinnen und Toggenburger auch die Möglichkeit dazu. Nicht nur die momentane Wetterlage ist viel versprechend, auch die ersten Marktfahrer reisen ab morgen in die Region und bauen ihre Stände auf, um den vielen Marktbesuchern ihre vielfältigen Produkte und Dienstleistungen anzubieten. 

Morgen in Kirchberg wird die erste Möglichkeit für einen Marktbummel geboten. Danach finden aber auch in Mosnang, Ebnat-Kappel und Nesslau Frühlingsjahrmärkte statt. Damit diese aber überhaupt zustande kommen können, ist oftmals viel Arbeit für die Organisatoren und Aufwand für die Gemeinde nötig. 
 

Zwischen Hüpfburg und Karussell

Ob ein Markt gut besucht ist oder nicht, ist, wie man auch vermutet, hauptsächlich vom Wetter abhängig. Bei regnerischem Wetter sind die Marktbesucher unter ihren Schirmen nicht gewillt besonders lange vor den Ständen zu verharren und die diversen Angebote zu begutachten. Viel mehr versuchen sie entweder unter die schützenden Plachen zu kommen, oder sie gehen schnellen Schrittes an den Ständen vorbei. Überraschender jedoch ist die Tatsache, dass nicht nur solch schlechtes Wetter Besuchereinbussen zur Folge hat, sondern auch zu schönes Wetter nicht optimal für die Geschäfte der Standinhaber ist. Denn bei besonders guter Wetterlage nutzen die Leute der Region dies lieber aus, um andere Dinge zu unternehmen, wie beispielsweise im Garten zu arbeiten.

Trotz des Wetterrisikos, das die Marktfahrer bei Jahrmärkten eingehen, sind oft immer die gleichen Standinhaber anwesend. Am Jahrmarkt in Sidwald gibt es Leute, die schon seit bis zu vierzig Jahren hinter dem Tresen ihres Standes stehen und den Nesslauern und anderen Marktbesuchern ihre Produkte zum Verkauf anbieten. Auch in Ebnat-Kappel gibt es viele «Stammkunden», den der Markt stellt eine langjährige Tradition dar. Bereits seit 1923 reisen Marktfahrer nach Ebnat-Kappel an den Jahrmarkt. Der Marktchef Werner Looser ist aber auch um neuen Schwung und Aktualität auf seinem Markt bemüht: «Ich sehe mir die verschiedenen Angebote an und versuche, neue Standbesitzer einzubinden und ihnen eine Chance zu geben. Die Plätze für neue Stände sind aber wegen der Anzahl Stammkunden beschränkt.»

Ein solcher Platz am Jahrmarkt ist natürlich auch mit Gebühren für die Marktfahrer verbunden. «Wir versuchen, die Kosten möglichst tief zu halten. Schliesslich müssen die Standinhaber auch von etwas leben», erklärt Werner Looser. Wo in Ebnat-Kappel direkt am Markttag die feste Pro-Platz-Gebühr bezahlt werden muss, sind in Kirchberg die Kosten von der Grösse des Standes abhängig. Da somit nie sicher ist, wie viel Platz am Markt dann noch übrig bleiben wird, ist es in Kirchberg auch möglich, als Marktfahrer kurzfristig vorbei zu schauen und vielleicht einen Platz irgendwo zwischen den Ständen, der Hüpfburg und dem Karussell zu ergattern. 
 

Der Aufwand kann nicht gedeckt werden

Trotz dieser Standgebühren für die Marktfahrer kann damit der Aufwand der Organisatoren und der Gemeinde meist nicht gedeckt werden. Vor allem nicht, wenn, wie in Ebnat-Kappel beispielsweise, morgens eine Umfahrung signalisiert werden muss, damit der Jahrmarkt auf der Hauptstrasse stattfinden und der Verkehr trotzdem reibungslos funktionieren kann. 

Trotz der damit verbundenen Arbeit finden solche Jahrmärkte jährlich, oder teilweise sogar halbjährlich, in der Region statt und sind stets sowohl von Marktfahrern wie auch von Besuchern aus der Umgebung sehr gut besucht. Da sind sich die Organisatoren aller Märkte einig. Allein deshalb lohne sich die Veranstaltung schon, sagen sie.
 
  • Jahrmarkt Kirchberg, Mittwoch, 18. April, Tellplatz
  • Jahrmarkt Mosnang, Mittwoch, 25. April, im Dorfkern
  • Jahrmarkt Ebnat-Kappel, Donnerstag, 26. April, auf der Ebnaterstrasse
  • Jahrmarkt Nesslau, am Donnerstag, 17. Mai, im Sidwald

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