Wattwiler Mountainbikerin setzt alles auf eine Karte

BIKESPORT ⋅ Am 10. März bestreitet die Wattwilerin Ramona Forchini ihr erstes Weltcup-Rennen als Bikeprofi. In den letzten Monaten hat sie sich intensiv auf die kommende Saison vorbereitet.
15. Februar 2018, 14:58
Beat Lanzendorfer

Im Verlaufe des vergangenen Jahres hat sich die 23-jährige Ramona Forchini entschieden, ganz auf den Bikesport zu setzen und ihre 30-Prozent-Anstellung auf dem Sekretariat des Berufs- und Weiterbildungszentrums Toggenburg in Wattwil aufzugeben. Nach dem letzten Arbeitstag Ende Oktober begann für sie ein neuer Lebensabschnitt.

Vorbereitung ist positiv verlaufen

«Ich habe die Umstellung bisher gut verkraftet. Durch das Erstellen von Strukturen war der Alltag klar geregelt». Längeres Schlafen lag dabei nicht drin. «In der Regel bin ich jeweils um 7 Uhr aufgestanden, wenn es etwas länger gedauert hat, spätestens um 7.30 Uhr. Ich habe Ziele und die sind nur mit Disziplin zu erreichen.» Ganz auf die Karte Bike zu setzen, hat es ihr auch ermöglicht, die Anzahl der wöchentlichen Trainingsstunden von bis anhin 12 bis 15 auf 15 bis 25 auszubauen. Langweilig sei es ihr bisher nicht geworden. «Nebst den täglichen Trainings gab es zu Beginn viel administrative Arbeit zu erledigen.» Als Jungprofi gehört sie seit dem 1. Januar dem «jb BRUNEX® Felt Factory Team» an. Dennoch ist es die Norm, dass sie sich selbst organisiert. Dazu zählt auch die Organisation der Trainingslager, ganz zu schweigen von den finanziellen Aufwendungen. «Ohne die Unterstützung meiner Angehörigen und diverser Sponsoren wäre dies alles nicht zu stemmen».

Trotzdem bereut sie es nicht, ganz auf den Bikesport zu setzen. «Ich habe nun bedeutend mehr Regenerationszeit und kann mich ganz auf das Biken fokussieren, ohne allfällige Gedanken im Hinterkopf, was es sonst noch an Arbeit zu erledigen gibt».

Die ersten zwei Monate hat Ramona Forchini intensiv genutzt, um sich ideal auf die Weltcup-Saison vorzubereiten. Mit dem bisherigen Verlauf ist sie zufrieden. «Ich habe mir beim Trainingslager im Januar auf Gran Canaria zwar eine Lebensmittelvergiftung eingehandelt und konnte nur drei Tage trainieren, ansonsten verlief aber alles ohne Zwischenfälle». Nicht so wie vor einem Jahr, als ihre Vorbereitungszeit immer wieder von gesundheitlichen Rückschlägen gekennzeichnet war. «Der fast perfekte Einstieg zum Bike-Profisport stimmt mich zuversichtlich».

Auf Zypern den letzten Schliff holen

Ab heute Freitag beginnt für die Wattwilerin die letzte Phase der Vorbereitungszeit. Sie fliegt aus Trainingszwecken nach Zypern und wird vom 22. bis 25. Februar am «Cyprus Sunshine Cup», einem Etappenrennen, an den Start gehen. Der Einstieg in den Weltcup erfolgt am 10. März im südafrikanischen Stellenbosch. Der sieben Rennen beinhaltende Weltcup lässt die Toggenburgerin weitere Zwischenhalts in Deutschland, der Tschechei, Italien, Andorra, Kanada und Frankreich einschalten. Dazwischen bestreitet sie Rennen des «Swiss Bike Cup». «Das sind meine fixen Daten. Weitere Startgelegenheiten in Europa sind geplant, sodass ich praktisch an jedem Wochenende auf Achse bin.»

Fernziel bleiben Olympische Spiele

Dick im Kalender markiert sind die Schweizer Meisterschaften am 24. Juni in Andermatt sowie die Weltmeisterschaften am 8. September auf der Lenzerheide. «Auf dieses Ereignis arbeite ich hin, denn Welttitelkämpfe im eigenen Land kommen nicht alle Tage vor.» Auf ihre weiteren Ziele angesprochen spricht die U23-Bike-Weltmeisterin im Jahre 2015 sowie mehrfache Schweizer Meisterin auf der Strasse den Weltcup an: «Ich habe in der letzten Saison Top-30-Klassierungen erzielt. Nun erwarte ich von mir eine klare Steigerung.» Fernziel bleibt weiterhin der Weltspitze im Mountainbike anzugehören und dann natürlich die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokyo.

Weitere Informationen unter

www.ramonaforchini.com


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