In Lichtensteig mischt eine Gruppe Frauen die Fasnacht auf

SCHNITZELBÄNKLER ⋅ Früher gingen sie "Schräg go poschte", heute sind sie "Schrill underwägs": Seit mittlerweile 20 Jahren mischt eine Gruppe Frauen mit ihren Schnitzelbänken das Städtli auf.
06. Februar 2018, 05:18
Urs M. Hemm

Politik, Gewerbe, oder Gesellschaft – in Lichtensteig ist am schmutzigen Donnerstag niemand vor den spitzen Zungen der Schnitzelbänkler-Frauen von "Schrill underwägs" gefeit. Wir wollen mit unseren Reimen niemanden verletzen oder blossstellen", sagt Gründungsmitglied Beatrice Kläger. "Wir wollen lediglich auf gewisse lustige Ereignisse oder Missstände auf humoristische Art und Weise aufmerksam machen und die betreffenden Personen vielleicht zum Überdenken ihrer Handlungen anregen", fügt sie an. Offenbar ein Konzept, das im Städtli funktioniert. Denn die Truppe feiert in diesem Jahr ihr zwanzigjähriges Bestehen.

Beatrice und Astrid Kläger (rechts), beide Gründungsmitglieder, sowie Conny Düggelin in der Mitte, die heute die Meute von "Schrill underwägs" organisiert. Zoom

Beatrice und Astrid Kläger (rechts), beide Gründungsmitglieder, sowie Conny Düggelin in der Mitte, die heute die Meute von "Schrill underwägs" organisiert.

Den Anfang nahm das Vorhaben im Mütterverein. "Wir hatten kurz vor der Fasnacht unsere Hauptversammlung und zu der Zeit hatten die Kinder am Schmutzigen Donnerstag noch schulfrei", sagt Beatrice Kläger. Irgendwann sei dann aber nichts mehr organisiert worden, auch der Maskenball im Städtli habe nicht mehr stattgefunden. Just an dieser Hauptversammlung sei dann die Idee aufgekommen, wieder etwas auf die Beine stellen. Hilde Aeppli, die damalige Katechetin, habe die Idee zum "Schräg go poschte" gehabt und den Aufruf im Pfarrblatt platziert. "Und so traf sich eine Schar verkleideter Frauen mit Kindern vor dem Café Huber. Das war der Anfang." Das sei beim ersten Mal so gut angekommen, dass für das kommende Jahr, 1999, bereits eine Wiederholung geplant wurde. "Klar war auch, dass die Männer an diesem Tag keinen warmen Zmittag bekamen. Wir sind immer den ganzen Vormittag unterwegs", sagt Astrid Kläger.

Nach organisatorischen Unklarheiten managt heute Conny Düggelin das "Schrill underwägs". Sie besitzt unter anderem einen Kostümverleih und stattet die Schar jeweils, gemäss dem Motto entsprechend, mit Kostümen aus. Sie ist auch für die Reime der Schnitzelbank verantwortlich. "Der harte Kern bildet sich aus sechs Personen, welche jeweils die Schnitzelbank absegnet und dann auch vorträgt. So bin ich abgesichert, dass meine Verse nicht zu derb sind", sagt Düggeli.

"Schrill underwägs": Treffpunkt am Donnerstag, 8. Februar, um 9 Uhr beim Café Huber.


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