Gutes Jahresergebnis für die Ortsgemeinde Lichtensteig

LICHTENSTEIG ⋅ Am Freitag fand im Saal der Evangelischen Kirchgemeinde Lichtensteig die Ortsbürgerversammlung statt. Die Traktanden wurden mit einer Ausnahme einstimmig angenommen.
09. April 2018, 05:17
Sascha Erni

Präsident Peter Hüberli führte die 64 anwesenden Stimmberechtigten in Lichtensteig am vergangenen Freitag durch die Bürgerversammlung. Viel zu diskutieren gab es dieses Jahr nicht, der offizielle Teil war bereits nach 50 Minuten erledigt. Überraschungen gab es aber durchaus, denn die Jahresrechnung 2017 schloss mit einem Gewinn von 159000 Franken. Budgetiert war eigentlich ein Verlust von rund eintausend Franken.

Die positive Abweichung erklärt sich mit zwei Punkten. Einerseits verzeichnete die Ortsgemeinde bei ihren Liegenschaften Vollbelegung, während gleichzeitig weniger Unterhaltsarbeiten als befürchtet nötig waren. Andererseits erzielte die Forstwirtschaft 2017 gut 40000 Franken Gewinn statt 89000 Franken Verlust – vorwiegend wegen Arbeiten für Dritte, so Hüberli. «Ein hervorragendes Ergebnis», bedankte er sich bei Betriebsleiter Roman Brazerol, was die Ortsgemeinde mit Applaus quittierte. Man wolle mit dem Voranschlag aber vorsichtig sein, sagte Hüberli, und für 2018 keinen Forst-Gewinn budgetieren.

Gute Lösung für langfristige Abkurung

Die Mehraufwendungen von 21000 Franken entstanden 2017 im Ressort Kultur und Freizeit, denn das Toggenburger Museum konnte sich unter Leitung seiner Kuratorin Christelle Wick überraschend ein zweites Poesiealbum von Anna Barbara Giezendanner sichern. Die Toggenburger Bauernmalerin sei ein Schwerpunkt in der Planung der Museumskommission, erklärte Hüberli, so finde etwa von Mai bis Ende Oktober die Sonderausstellung «Kunst und Küche» statt. Diese Ausstellung soll die Arbeiten von «Babeli» und der Erfinderin Susanna Müller ehren. Auch hier gab es Applaus von der Ortsgemeinde.

Für 2018 sieht der Bürgerrat einen Schwerpunkt beim neuen Rechnungsmodell der St. Galler Gemeinden (RMSG). Auch die Abkurung der sozialen Wohlfahrt wird sich noch hinziehen. Auf den 1. Januar hat sich das Sozialhilfegesetz des Kantons geändert, politische Gemeinde und Ortsgemeinde sind sich aber bereits im Vorfeld einig geworden. Die Ortsgemeinde beteiligt sich mit 5000 Franken am Jost-Bürgi-Symposium und erledigt vermehrt Forstarbeiten für die politische Gemeinde. «Es ist eine wirklich gute Lösung», wie der Bürgerrat festhielt.

Positive Jahresergebnisse erwartet

Des weiteren steht das Vorprojekt für die Fassadensanierung des Bezirksgebäudes an, und am Köbelisberg sind noch nicht alle Arbeiten abgeschlossen. Auch in der Liegenschaft Burg ist eine Teilsanierung nötig. Hüberli informierte die Stimmberechtigten über den geplanten Umbau von Badezimmer und WC, der rund 40000 Franken kosten soll. Gesamthaft sind mittelfristig 1,5 Millionen Franken Investitionen für die Ortsgemeinde vorgesehen. Das sei aber nicht sakrosankt, sagte Hüberli. Der Ortsbürgerrat erwartet die nächsten Jahre positive Jahresergebnisse, für 2018 ist ein Gewinn von rund zweitausend Franken budgetiert.

Sowohl die Jahresrechnung 2017 als auch das Budget 2018 wurden ohne Diskussion einstimmig angenommen. Auch beim Kredit zur Nasszellen-Sanierung der Liegenschaft Burg gab es keine Gegenstimmen, einstimmig war das Votum aber nicht: Der jetzige Mieter, der direkt vom renovierten Badezimmer profitieren wird, enthielt sich seiner Stimme. «Das ist nur fair», kommentierte Peter Hüberli, und die Ortsgemeinde lachte.


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