Dieser Coiffeursalon ist auch eine Galerie

WATTWIL ⋅ Seit kurzem sind Gemälde und Zeichnungen von Willy und Salome Fries bei Intercoiffure und Kosmetik Sonja an der Unterdorfstrasse ausgestellt. Die Vernissage am vergangenen Freitag war gut besucht.
12. April 2018, 06:00
Anina Rütsche
Die Idee zur Ausstellung im Coiffeursalon entstand vor zwei Jahren während der Willy-Fries-Werkschau im Wattwiler Gemeindehaus. Seit kurzem kann eine kleine aber feine Auswahl von Gemälden und Zeichnungen des bekannten Wattwiler Künstlers Willy Fries (1907–1980) und dessen Tochter Salome Fries (1942–1967) bei Intercoiffure und Kosmetik Sonja bestaunt werden. Möglich gemacht hat dies Silvan Altermatt von der Stiftung Willy Fries Wattwil. Gemeinsam mit der Geschäftsinhaberin und Coiffeuse Sonja Rüegg hat er die Bilder ausgewählt, die eigens für dieses Projekt mit zueinanderpassenden Rahmen ausgestattet wurden. Es handelt sich um vier Porträts, einen Akt und eine Darstellung von roten Rosen auf blauem Grund. Die gezeigten Arbeiten von Willy Fries sind in den späten 20er- und den frühen 30er-Jahren entstanden. Sie sind im lichtdurchfluteten Coiffeursalon ausgestellt. Ein Aktbildnis, das Salome Fries 1964 gemalt hat, schmückt das Zimmer, in dem die Kosmetikerin ihre Kundinnen und Kunden empfängt.

Der Salon als Galerie – das ist bei Intercoiffure Sonja und Kosmetik eine Premiere. Sabrina Glauser-Rüegg, die im Geschäft ihrer Mutter Sonja Rüegg tätig ist, sagt: «Mir gefallen die Werke sehr gut und sie passen hervorragend in unsere frischrenovierten Räume.» Die Zeichnungen und Malereien sind, wie Sabrina Glauser-Rüegg anfügt, bis auf Weiteres im Salon ausgestellt. Sie bleiben aber Eigentum der Stiftung Willy Fries Wattwil, aus deren Archiv sie stammen.

Am vergangenen Freitag wurde die Ausstellung an der Unterdorfstrasse 7 mit einer Vernissage eingeweiht. Über 50 Interessierte haben im Laufe des Abends daran teilgenommen, sehr zur Freude der Organisatoren. Silvan Altermatt, Werkverantwortlicher der Stiftung Willy Fries Wattwil, weist in Bezug auf den Standort auf eine Besonderheit hin: «Hier, wo seit Mitte der 80er-Jahre dieses Geschäftshaus steht, befand sich früher ein älteres Gebäude, in dem Willy Fries sein Atelier eingerichtet hatte.» In dem Sinne sind die Bilder nun, im Rahmen der Mini-Ausstellung im Coiffeursalon, ein bisschen nach Hause zurückgekehrt.

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