Das Mosnanger Gewerbe putzt sich heraus

AUSSTELLUNG ⋅ Unter dem Motto «Gewerbe damals – Gewerbe heute» findet in Mosnang vom 13. bis 15. April zum fünften Mal die Gewerbeschau statt. Dabei werden die Besucher mittels Relikten und Theater in die Vergangenheit des Mosnanger Gewerbes versetzt.
08. April 2018, 06:00
Timon Kobelt
Braucht es in der heutigen Zeit überhaupt noch Gewerbeschauen, wo doch (fast) alle Informationen zu Produkten und Unternehmen im Internet zu finden sind? «In unserem Fall unbedingt. Wir haben ein sehr aktives Gewerbe im Dorf und ein Dorf lebt nur, indem man den direkten Kontakt untereinander und zu den Kunden pflegt», sagt Monika Mutti-Schaltegger vom Gewerbeverein Mosnang. Die Architektin und Inhaberin von «Architektur Schaltegger» ist bei der Gewerbeschau für das Marketing und Sponsoring zuständig. Gerade wegen der Informationsflut, die über das Internet komme, sei es wichtig, dass man seine Produkte eins zu eins rüberbringen könne.
 

Gesamte Standfläche ist belegt

Dieser Überzeugung sind auch 56 Aussteller, die sich für die Gewerbeschau in Mosnang angemeldet haben. Sie kommen hauptsächlich aus Mosnang, vereinzelt auch aus der umliegenden Region. Am stärksten vertreten ist das Baugewerbe, aber auch Vertreter aus der Lebensmittelbranche und dem Finanzwesen sowie Treuhänder werden ihre Stände aufstellen. «Die gesamte Fläche für die Stände ist verkauft», zeigt sich Monika Mutti-Schaltegger erfreut. Dies sei wichtig, denn schliesslich seien die Aussteller an der Gewerbeschau der wichtigste Bestandteil.

Die Gewerbeschau findet auf dem Gelände der Schule Mosnang statt, wobei die meisten Aussteller in einem grossen Zelt neben dem Oberstufenzentrum (OSZ) einquartiert sind. Letzteres dient als Sammelpunkt, an dem man sich ausgiebig verpflegen und Reden lauschen kann. Auch die Radballhalle steht den Ausstellern zur Verfügung, was als Ergänzung und Auflockerung ideal sei, wie Monika Mutti-Schaltegger meint. 
 

Vielfältiges Unterhaltungsprogramm

Für Auflockerung sollen auch diverse Posten auf dem Gelände sorgen. Für die jüngeren Besucher gibt es eine Hüpfburg und Ponyreiten. Zusätzlich betreuen Verantwortliche der Spielgruppe einen Kinderhort. Die Erwachsenen können den Freitag- und den Samstagabend gemütlich in der «Gwerblerbar» ausklingen lassen, die neben dem Schulsekretariat platziert ist. «Auf diese Weise können die Hallen geschlossen werden, aber man muss noch nicht gleich nach Hause, sondern kann noch gemütlich sitzen bleiben», sagt die Architektin. Spielfreudige konnten sich schon im Vorfeld austoben: Die 370 Tombolalose sind wie warme Weggli weggegangen. Unter anderem gibt es eine Ballonfahrt, eine Fonduefahrt, ein Wellnessweekend und auf der technischen Seite einen Fernseher oder ein Tablet zu gewinnen. Am Sonntag findet um 15.30 Uhr die Preisziehung statt, womit bis zum Ende Spannung herrscht. Das vielfältige Unterhaltungsprogramm geht mit einem breiten kulinarischen Angebot einher. Es gibt Verpflegungsstände, die von «den Mosliger Gwerblern» betrieben werden.
 

In eine frühere Zeit versetzen lassen

Der Blick in die Gewerbegeschichte: Das Pferd erhält vom Schmid Brändle ein neues Hufeisen. Zoom

Der Blick in die Gewerbegeschichte: Das Pferd erhält vom Schmid Brändle ein neues Hufeisen.

Die Gewerbeschau Mosnang findet alle sieben Jahre statt, letztmals 2011. Dieses Jahr geht es um das Motto «Gewerbe damals – Gewerbe heute». Den Ständen der Aussteller solle man des Motto ansehen. Des Weiteren präsentiert die Chronikstube Mosnang im OSZ eine Sonderausstellung zum Thema «Gewerbe damals». Ebenfalls im OSZ wird sechsmal ein Theater von rund 30 Minuten aufgeführt (siehe «Befragt»), das eigens für die Gewerbeschau geschrieben wurde. Auch in diesem steht die Historie im Fokus.
 

«Das Herzstück des Events»

Die Präsidentin des Gewerbevereins Mosnang, Andrea Gmür, verrät, wie das Theaterstück «Die Geschichte eines Dorfes – Gewerbe damals und heute» inszeniert wird und wie man auf die Idee kam, ein solches aufzuführen.
 

Andrea Gmür, worin liegt der Zusammenhang zwischen Gewerbe und Theaterstück?

Andrea Gmür, Präsidentin des Gewerbevereins Mosnang. Zoom

Andrea Gmür, Präsidentin des Gewerbevereins Mosnang.

Wir haben festgestellt, dass die Geschichte des Mosnanger Gewerbes sehr vielseitig ist. Deshalb sind wir auf die Idee gekommen, diese Geschichte dramaturgisch und mit einer Prise Humor in einem Theaterstück zu erzählen. Dafür haben wir den Regisseur Simon Keller engagiert. Das Theater soll ein Anziehungspunkt der Gewerbeschau sein. Für mich ist es nebst den 56 Ausstellern das Herzstück des Events.

Worum geht es im Theaterstück ganz konkret?

Während sechs kurzen Szenen wird ein Teil der spannenden Dorf- und Gewerbegeschichte aufgezeigt. Von der Hebamme über das Stickerei- und Webereigeschäft, dem Herrn Investor mit seiner anspruchsvollen Gattin, bis hin zu Kleinunternehmen, die mal besser mal schlechter liefen.

Es gab sogar ein Casting. Wie ging es dabei zu und her?

Simon Keller hat das sehr professionell organisiert. Jeder Schauspieler musste alleine auf die Bühne und eine Szene recht spontan vorspielen. Alle waren mit grossem Spass und Elan bei der Sache. Von den 22 Castingteilnehmenden haben 16 eine Rolle bekommen. (tik)


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