Benis Olympia-Tagebuch: Zwei Zoom-Objektive sind eingefroren

EIN TOGGENBURGER AN DEN OLYMPISCHEN SPIELEN ⋅ Die Kälte macht Beni Giger und seinem Team zu schaffen. Neben dem eingefrorenen Material bereitet aber auch die Sicht auf die Piste weiterhin Probleme.
06. Februar 2018, 12:49
Beni Giger
Heute hatten wir den ersten Testtag. Das heisst für uns, dass wir den ganzen Ablauf durchspielen müssen, vom Vorprogramm bis und mit den Proben der Siegerehrungen. Konkret bedeutet das, dass wir noch früher aufstehen mussten, denn die Organisatoren wollen, dass wir drei Stunden vor dem Start vor Ort sind. Die Tests sind grundsätzlich gut verlaufen, aber es kann ja noch nicht alles funktionieren. Bis zum ersten Ernsteinsatz müssen wir noch folgende Probleme lösen: 

• Zwei Kameras sehen nicht über das Sicherheitspolster. Wir montieren noch einen 50 Zentimeter hohen Tritt aus Sagex, damit der Kameramann höher steht. 

• Vier Kameras hatten einen Pfosten oder ein Seil im Bild. Hier müssen wir die Podeste umbauen respektive die Seile verschieben. 

• Drei Kameras haben technisch noch nicht funktioniert. Da sind jetzt die Techniker gefragt. Sie stehen noch am Hang und suchen das Problem. Ich bin aber sicher, dass sie es rechtzeitig schaffen, dass die Kameras funktionieren. 

• Grössere Probleme bereitet uns immer noch die Kälte. Deshalb sind zwei Zoom-Objektive eingefroren. Die Kamera konnte während des ganzen Tests nicht zoomen. Ich bin gespannt, welche Lösung unserem technischen Verantwortlichen René Salvini in den Sinn kommt. Heizkissen vielleicht?  

• Im Reportagewagen war auch noch nicht alles klar. Zum besseren Verständnis untereinander suchen wir für alle Slows einen Namen, beispielsweise Emo Slow, Ziel Slow oder Sprung 1 Slow. Das ist wichtig, denn wenn ich «Sprung 1 Slow» sage, muss jeder wissen, was gemeint ist.  Ich bin sehr froh, dass ich schon sehr lange auf Urs Steiger zählen kann. Urs ist in Sachen Slows ein Vollprofi und er findet ganz sicher jeden Fehler. Urs ist auch ein Ostschweizer, er stammt aus Teufen. Dass Urs bei uns ich, ist nicht selbstverständlich. Er ist vor zwei Wochen Vater geworden. 

Roman Wiederkehr bereitet die HF-Kamera für den Einsatz vor. Zoom

Roman Wiederkehr bereitet die HF-Kamera für den Einsatz vor.

Die Proben der Siegerehrungen sind extrem wichtig. Heute haben wir vier Versuche gebraucht, bis es richtig ausgesehen hat. Die Herausforderung ist, dass sechs Kameraleute wissen müssen, wo sie stehen, wo sie laufen und wo sie filmen müssen. Das wichtigste ist, dass die richtige Grafik zum richtigen Kopf eingeblendet wird und natürlich darf niemand vor den Fotografen stehen. Dazu kommen noch weitere Punkte, die wir beachten müssen. Aber ich glaube, es wird schon klappen. 

Übrigens geht es für uns gleich mit dem Top-Event los, der Abfahrt der Herren. Wir werden von Beginn an zu 100 Prozent gefordert sein.

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