Als das Ackerhuus an die Edelmann-Stiftung überging

DAMALS ⋅ Das "Toggenburger Tagblatt" veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?
11. April 2018, 06:00

Vor 100 Jahren

10. April. Wattwil. Das Gaswerk schreibt: Während die Kohlenzufuhren immer mehr zurückgehen und die Beschaffung von Ersatzmaterialien immer schwieriger wird, nimmt der Gasverbrauch der einzelnen Konsumenten in letzter Zeit in ganz unzulässiger Weise zu. Die vom Verband Schweiz. Gaswerke beschlossene Einschränkung von 25 % ist denn auch bereits ganz erheblich überschritten. Das Gaswerk sieht sich infolgedessen gezwungen, seine verehrten Konsumenten zu grösstem Masshalten im Gasverbrauch anzuhalten und die bisherige Monatszuteilung für den Monat April um 10 % zu reduzieren. Es können daher nur noch 9/10 der bisher zulässigen Gasmenge zum Normalpreis abgegeben werden. Von besonderen Massnahmen, wie Beschränkung der Gasabgabe auf bestimmte Tagesstunden, kann nur dann abgesehen werden, wenn der Verbrauch ganz wesentlich zurückgeht. Es liegt daher im allergrössten Interesse jedes einzelnen Abonnenten, an seinem Orte sein Möglichstes zur Verhinderung unliebsamer Störungen in der Gasabgabe beizutragen.


Vor 50 Jahren

5. April: Ebnat-Kappel. Das bekannte «Ackerhuus» in Ebnat-Kappel ist nunmehr an die Albert Edelmann-Stiftung übergegangen. Im Jahre 1752 in Oberhelfenschwil als Wohnsitz der Familie Kuonz erbaut, diente das Objekt auch als Bürgerheim und 200 Jahre später wurde es in den «Acker» nach Ebnat-Kappel versetzt, dort aufgebaut, restauriert und steht nun einem grossen Publikum als Heimatmuseum offen. Die Wandverziehrung beim Hauseingang (siehe Bild) zeigt das Haus an seinem einstigen Standort im «Füberg» in Oberhelfenschwil.

8. April: Mittleres Toggenburg. Wohl männiglich schaute heute morgen etwas «komisch» in die weisse Landschaft hinaus. Ueber Nacht schien König Winter die Macht wieder an sich gerissen zu haben. In den milden Vorfrühlingstagen, die hinter uns liegen, hat man sich schon so schön ausgemalt, wie und wo man die «Osternestchen» für die Kleinen platziert. Wie war es schön, mit Kindern zusammen das Wachstum von Blumen zu betrachten. Wie staunten sie, die Augen unserer Kleinen, ob der reichhaltigen Farbenpracht unserer Blumenwelt. Soll dies alles auf Ostern zunichte gemacht werden? Hoffen wir nicht und seien wir optimistisch, dass die Sonne den nun schon so lange herrschenden Winter vertreibe.

8. April: Oberes Toggenburg. Ihre Durchlaucht Fürstin Gina von Liechtenstein stattete dem Johanneum einen Besuch ab. Der Besuch war eine Folge der angebahnten Beziehungen, wonach für schwachbegabte und geistig behinderte Kinder und Jugendliche aus dem Fürstentum einige Plätze im Johanneum reserviert werden sollten. 


Vor 20 Jahren

7. April: Wattwil. Immer wiederkehrende Reklamationen, die Ruine Iberg als Wahrzeichen der Gemeinde Wattwil werde verdeckt, veranlassten den damals zuständigen Gemeinderat zu nachstehendem Auftrag an das Kreisforstamt Toggenburg: «Die Bäume um die Ruine Iberg sind so zu unterhalten, dass die Sicht auf das Wahrzeichen nicht behindert ist. Insbesondere die zwei Ulmen, die im Sommer mit dem Laub stark sichtbehindernd sind, müssen noch vor dem Frühjahr entfernt werden.» Die zuständigen Forstorgane wurden ersucht, dem Auftrag laufend Beachtung zu schenken.

11. April: Mosnang. Aus dem kantonalen Lotteriefonds soll die Gesamtrestaurierung des Atelierhauses «Laboratori» des Malers Fridolin Anton Grob unterstützt werden. Im Gehöft»Bild» hat sich eine typologische Rarität erhalten. Es handelt sich um das Atelierhaus, wegen seiner ehemaligen Zweckbestimmung auch «Laboratori» genannt, welches der Künstler und Maler Fridolin Anton Grob (1745–1807) im Jahre 1774 für sich errichten liess. Das «Laboratori» ist ein zweigeschossiges Gebäude mit Satteldach: eine hölzerne, teils verbretterte, teils verschindelte Konstruktion auf einem gemauerten Sockel. Allerdings ist das geschützte Kleingebäude in hohem Masse restaurierungsbedürftig. Dem Objekt kommt regionale-kantonale Bedeutung zu. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 143000 Franken. Mangels einer wirtschaftlichen Nutzbarkeit musste eine Spezialfinanzierung gefunden werden: Eigentümer 44300 Franken, Gemeinde 21'500 Franken, Kanton 21'500 Franken, Heimatschutz 25'700 Franken, Stiftung Pro Patria 30'000 Franken. Die Regierung St. Gallens will einen Staatsbeitrag von 21500 Franken leisten. Dieser ist dem Lotteriefonds zu belasten und wird rechtsgültig.


Vor 10 Jahren

5. April: Lichtensteig. Schon mehrere Leichtwindanlagen der Firma Aventa AG sind in der Schweiz in Betrieb. Nun plant die Firma mit Produktionsstandort Lichtensteig den Schritt ins Ausland. Ein Prototyp der Kleinwindanlagen steht in Oberhelfenschwil. Seit acht Jahren wird das Windrad angetrieben und produziert Energie, die ins Stromnetz gespiesen wird. Der Ingenieur Ueli Spalinger hat vor 15 Jahren ein Windrad in seiner Garage zusammengebaut. Dieses hat er mit vier Ingenieuren weiterentwickelt und aus dieser Arbeitsgruppe wurde vor neun Jahren die Aventa AG gegründet. Die Aventa AG hat sich bewusst entschieden, landschaftsverträgliche Kleinwindanlagen – die Masthöhe beträgt 18 Meter – zur Stromgewinnung zu bauen. Diese würden aufgrund ihrer Dimension gut in die Landschaft, beispielsweise neben dem Bauernhaus passen. Die Aventa AG spürt nun zunehmend Interesse vom Ausland an ihrem Nischenprodukt. Eine Firma aus den USA hat eine Anlage bestellt, die sie als Prototyp neben ihrem Firmensitz montieren werden. 

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