Viel Rauch um Abfall

AFFELTRANGEN ⋅ Das Verbrennen von Gartenabfällen ist verboten. Der Rauch ist giftig und schadet der Umwelt. Viele Gemeinden kennen das Problem, denn illegale Feuer kommen immer wieder vor.
05. Oktober 2017, 05:18
Sabrina Bächi

Sabrina Bächi

sabrina.baechi

@thurgauerzeitung.ch

Es raucht, stinkt und ist verboten: das Verbrennen von Gartenabfällen. Albin Daneffel, Präsident der Energie- und Umweltkommission der Gemeinde Affeltrangen, beobachtet immer wieder, wie hohe Rauchsäulen von brennenden Haufen aus Gärten aufsteigen. Deshalb hat er im Gemeindeblatt einen Artikel dazu veröffentlicht. Als Denkanstoss, wie er sagt. «Es ist ökologisch nicht sinnvoll und zudem verboten», sagt Daneffel. Denn der Rauch enthält Gift­stoffe, welche der Umwelt schadeten. «Ich würde nicht sagen, dass es ein grosses Problem ist, aber es ist auf jeden Fall nicht gut.»

Das Thema ist auch in anderen Gemeinden bekannt. In Schönholzerswilen, aber auch in Weinfelden sind in letzter Zeit ­jedoch keine Hinweise eingegangen. «Wir sind auch nicht so ländlich und unser Angebot für die Entsorgung ist gross», sagt etwa Walter Reinhart, Weibel der Gemeinde Weinfelden. Es gebe die grüne Route sowie die Kompostieranlage, sagt er. Diese Ange­bote sind für Weinfelder gratis. «Die Kosten werden über die Steuern finanziert.» Einzig der Häckseldienst ist kostenpflichtig. «Meistens haben sie aber in zehn Minuten alles gehäkselt, das kostet dann nur 20 Franken.»

Schlüssel für die ­Grünentsorgung

Schönholzerswilen hat die Entsorgung von Grüngut mit einer Zusammenarbeit gelöst: Der Werkhof Wuppenau hat einen Grüngutpresscontainer, den Einwohner der Gemeinde Schönholzerswilen mitnutzen können. «Für die Nutzung kann auf der Gemeinde ein Schlüssel bezogen werden», sagt Lisa Diethelm, Leiterin der Einwohnerdienste in Schönholzerswilen. Der Schlüssel kostet für die ganze Saison 100 Franken im Jahr. Jeder Schlüsselbesitzer kann dann während der Öffnungszeiten zwischen März und November Grüngut ent­sorgen. Allerdings nur solange der Container im Werkhof steht. Ende November wird er wieder weg­gestellt. «Dann verfällt der Schlüssel und ist nicht mehr für das kommende Jahr zu gebrauchen», sagt Diethelm. Dann müsste man einen neuen Schlüssel be­antragen.

Feuerwehr ist teurer als eine Bewilligung

«Wir weisen in unserem Mit­teilungsblatt auch immer wieder darauf hin», sagt Ruedi Zbinden, Gemeindepräsident von Bussnang. Es gebe jedoch auch Fälle, beispielsweise bei Borkenkäfer- oder Feuerbrandholz, in denen ein Feuer gemacht werden muss. «Dafür braucht es jedoch eine Bewilligung, und die Feuerwehr sollte dringend informiert werden», sagt er. Er kennt Beispiele, in denen Personen, die Abfälle draussen verbrannten, schliesslich den Feuerwehreinsatz zahlen mussten. «Wer durch ein Feuer und viel Rauch im Garten einen Einsatz auslöst, muss die Kosten zahlen, das ist teurer als jede ­Bewilligung», sagt der Gemeindepräsident.


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