Tagblatt Online, 16. April 2012 01:05:00
Hoffen und Bangen mit Floorball Thurgau
Die Anspannung ist den Zuschauern ins Gesicht geschrieben. (Bild: Reto Martin)
WEINFELDEN. Am Samstagabend kämpften die Unihockeyaner von Floorball Thurgau gegen Langenthal um den Aufstieg in die Nationalliga B. Auf der Zuschauertribüne in der Paul-Reinhart-Halle ist kein Platz mehr frei. Gegen 400 Fans fiebern mit – bis zur bitteren Niederlage.
RAYA BADRAUN
«Einen Sieg für den Thurgau» erhoffen sich Kevin Etter und seine Freunde. Die Jugendlichen sitzen mit zwei grossen Trommeln auf den Zuschauerbänken und geben später, während der Partie, den Takt für die Anfeuerungsrufe an. «5:6», tippt der Märstetter. «Es wird knapp.»
Weiter hinten auf der Tribüne sind die Fans weniger optimistisch. Peter aus Berg: «8:3 für Langenthal. Ich hoffe es nicht, aber ich glaube es.» Sein Kollege Joas glaubt mit 4:7 ebenfalls an einen Gästesieg.
Kann man die Lautstärke der Fans im ersten Drittel noch mit Wellen vergleichen – so schnell wie sie kommen, verebben sie wieder – wird sie später intensiver und anhaltender. Das liegt auch am zweiten Drittel. Mit dem Ausgleich zum 1:1 verlangen die Fans weitere Zugaben. Diese kommen etwas später aber aus der anderen Richtung. Kurz vor Schluss treffen die Gäste zum Schlussresultat von 1:3. Nervös und freudig warten die Langenthaler, Füsse auf der Bande, auf den Schlusspfiff. Dann stürmen sie aufs Feld.
«Haben gekämpft»
Nach dem 0:1 im ersten Drittel hat Tanja Bärtschi noch an einen Sieg der Thurgauer geglaubt. «Sie können es noch schaffen», meint die 18-Jährige. Nach dem Match sind die Riedterin und ihre Kollegin Manuela Gsell – sie besuchten mit einigen Spielern die Oberstufe – enttäuscht. «Sie haben gekämpft, aber zu wenig Chancen genutzt.» Levin Konrad trägt eine der Trommeln weg. «Die Niederlage ist nicht so lässig, aber was will man machen?», sagt der 14jährige Unihockeysportschüler. Ursi Forster hat vom Spiel nicht viel mitbekommen. Die Weinfelderin ist mit zwei Kolleginnen für die Verpflegung der Fans zuständig. «Neben Softgetränken und Kaffee wurden ganze 10 Harasse Bier, 120 Hot Dogs und 30 Brötchen ausgegeben. Wir sind ausverkauft.»
Motivation noch grösser
«Ich habe die Stimmung hinter mir ausgeblendet.» Beni Bötschi ist Trainer bei Floorball Thurgau und in der Sportschule in Erlen. Während des Matches standen die Fans teilweise zwei Meter hinter ihm. Dadurch liess er sich aber nicht ablenken. «Ich spreche mit den Spielern, verfolge die Partie und mache mir einige Gedanken dazu.» Anders erging es dem 18jährigen Luca Altwegg. Er gehört zu den jüngsten Spielern im Team. «Mit der U17-Mannschaft spielten wir einmal am Hauptbahnhof in Zürich. Aber vor Heimpublikum ist es nochmals etwas anderes», sagt der Weinfelder. «Die Motivation ist noch grösser.»
Hat es dem Team etwas gebracht, dass der Match zu Hause stattgefunden hat? Thomas Schwarz, Präsident von Floorball Thurgau, lacht: «Man müsste es eigentlich annehmen. In dieser Saison haben wir jedoch zu Hause viele Punkte abgegeben, auswärts aber kaum einen. So wäre es wohl besser gewesen, wenn das Spiel auswärts stattgefunden hätte.»
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