Tagblatt Online, 07. August 2012 01:34:00
Abenteuerliches Spielparadies
(Bild: URS BÄNZIGER)
BIRWINKEN. Das Tüüfechessi ist ein wildromantisches Bachtobel in Birwinken. Als Kind hat Gemeindeammann Hansjörg Huber oft am von bizarren Sandsteinfelsen umgebenen Wasserfall gespielt. Er geht auch heute noch gerne zu diesem verborgenen Ort.
URS BÄNZIGER
Zum Tüüfechessi in Birwinken gibt es keine Wegweiser. Man kennt den wildromantischen Ort, oder man kennt ihn nicht. Hansjörg Huber führt seinen Gast hinunter in das Bachtobel. Das Dickicht versperrt den Weg. Stechende Bremen machen den Abstieg zur Tortur. Als wollten sie verhindern, dass Menschen sich dort aufhalten.
Der Weg führt über ein Bächlein. Hansjörg Huber zeigt auf ein steile Stelle, wo das Wasser langsam über einen grossen Stein fliesst. «Hier sind wir als Kinder auf dem Hosenboden runter gerutscht», erzählt Huber.
Auch «Tüüfelschessi» genannt
Weiter geht es in den Abgrund. Es wird immer dunkler, die Bäume lassen fast kein Licht mehr durch. «Als Kinder nannten wir das Tobel auch Tüüfelschessi», sagt Huber. Noch ein letzter Sprung. Felswände aus Sandstein umgeben das Bachbett wie eine Arena. «Hier war unser Spielparadies.» Huber zeigt auf den Wasserfall. «In meiner Kindheit war der Felsvorsprung grösser. Wir konnten hinter dem Wasserfall hindurch gehen. Vor einigen Jahren ist ein Felsstück abgebrochen.»
Nichts mit der Hölle zu tun
Zwei PET-Flaschen liegen herum. Ganz offensichtlich gibt es immer noch Kinder, die sich im Tüüfechessi aufhalten. Huber ist darüber nicht verwundert. «Das Bachtobel ist abenteuerlich. Hier spielt die Zeit keine Rolle. Als Kind habe ich alles um mich herum vergessen, wenn ich im Tüüfechessi spielte.»
Mit dem Tüüfel und der Hölle habe der Ort nichts zu tun. «Es ist zwar etwas düster und geheimnisvoll, aber letztlich ist das Tüüfechessi eine von der Natur geschaffene Schönheit.» Über die Jahrhunderte hat sich der Bach in den Boden gefressen. Entstanden ist ein bizarre Schlucht. Als Gemeindeammann hat Hansjörg Huber nicht mehr so viel freie Zeit wie als Bub, aber «ich gehe immer wieder gerne ins Tüüfechessi, um mich zu entspannen.»
Im Verborgenen bleiben
Und warum hat es keine Wegweiser zu dieser wildromantischen Schönheit von Birwinken? Der Gemeinderat habe schon darüber diskutiert, sagt Huber. «Wir wollen aber aus dem Tüüfechessi keine Sehenswürdigkeit machen.» Dieser Meinung sind wohl auch die stechenden Bremen.
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