Sie brauchen einen neuen Chef

AMLIKON ⋅ Gemeindepräsident Othmar Schmid wird im nächsten Sommer nicht mehr zu den Gesamterneuerungswahlen antreten und geht in Pension. Nun suchen seine Ratskollegen einen Nachfolger.
11. April 2018, 05:21
Mario Testa

Mario Testa

mario.testa@thurgauerzeitung.ch

In Amlikon-Bissegg leben etwa 1300 Einwohnerinnen und Einwohner. Die vergangenen 15 Jahre war ihr Gemeindeoberhaupt Othmar Schmid. Der Gemeindepräsident hat ankündigt, bei den Gesamterneuerungswahlen der Exekutive im Sommer 2019 nicht mehr anzutreten und in Pension zu gehen. Deshalb hat der Gemeinderat nun eine Findungskommission eingesetzt für die Suche nach Kandidierenden für das Gemeindepräsidium. Weit suchen mussten die vier Männer für Mitglieder in der Findungskommission jedoch nicht, sie übernehmen die Aufgabe gleich selbst. «Wir hatten zuerst einige Gespräche mit Einwohnern geführt zur Bildung einer Findungskommission. Da hat’s dann oft geheissen, macht’s doch am besten gleich selber», sagt Gemeinderat Paul Sauter. «Damit der Gemeinderat gut funktioniert, braucht es Vertrauen und eine gute Zusammenarbeit innerhalb des Rats. Von daher gesehen ist es auch ein Vorteil, wenn wir vier die Kandidierenden direkt kennenlernen.»

Kritik, dass sich die vier Gemeinderäte so ihren Chef gleich selber aussuchen, weist Sauter zurück. «Es soll auf keinen Fall der Eindruck entstehen, dass wir eine uns ‹genehme› Person suchen. Wir sind aktiv geworden, weil es darum geht, dass die Gemeinde weiter funktioniert.» Entscheiden würden zum Schluss die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger mit der Wahl an der Urne. «Und wir sind bestrebt, ihnen eine Auswahl aus mehreren Kandidierenden zu bieten», ergänzt Urs Zurbuchen. «Schön wäre eine Kandidatin oder ein Kandidat aus der Gemeinde und dazu jemand von ausserhalb.»

Aus dem Gemeinderat will keiner kandidieren

Erste Bewerbungen auf das Inserat seien bereits eingegangen. Noch läuft jedoch die Bewerbungsfrist (siehe Kasten). «Ein Pluspunkt ist sicher, dass wir eine 100-Prozent-Stelle ausschreiben können», sagt Zurbuchen. «Bei Teilpensen ist es schwierig, da doch eine grosse Anwesenheit des Gemeindepräsidenten gefragt ist.» Seitens der vier Gemeinderäte verspürt keiner den Drang, in Othmar Schmids Fussstapfen zu treten. «Wir haben natürlich darüber gesprochen, aber von uns will keiner kandidieren. Das hat verschiedene Gründe», sagt Simon Haag.

Der Start in Amlikon sei für das neue Oberhaupt sicher dankbar, sind sich die Gemeinderäte einig. «Die Gemeinde hat die Hausaufgaben gemacht. Es ist alles auf dem aktuellen Stand, bei der Infrastruktur besteht kein Nachholbedarf –und das Team in der Verwaltung und im Gemeinderat ist motiviert und gut», sagt Paul Sauter. Den Termin für den ersten Wahlgang für das Gemeindepräsidium hat der Gemeinderat auf den 25. November festgelegt.


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