Weinfelder Rotarier verkaufen einbeinige Männchen

SPENDENAKTION ⋅ Der Rotary Club verkauft am Adventsmarkt Grittibänzen. Weil für eine Rehaklinik für Minenopfer gesammelt wird, sieht das traditionelle Adventsgebäck etwas anders aus: Den Figuren fehlen Gliedmassen.
07. Dezember 2017, 05:20
Sabrina Bächi

Sabrina Bächi

sabrina.baechi@thurgauerzeitung.ch

Wer dieses Wochenende durch den Weinfelder Adventsmarkt schlendert, darf am Stand des Rotary Clubs Weinfelden nicht erschrecken. Denn die Rotarier verkaufen Grittibänzen, die ­etwas anders aussehen als die normalen Exemplare. Das hat ­jedoch seinen Grund: «Wir vom Rotary Club Weinfelden spenden die Einnahmen unseres Adventsstandes der Organisation Mine-ex», sagt Marco Weber, Mine- ex-Verantwortlicher des Rotary Clubs. Die Organisation Mine-ex stellt in Kambodscha und Afghanistan mit einer Rehaklinik Prothesen für Minenopfer her (siehe Kasten). Um auf die vielen Opfer der Minen aufmerksam zu machen, hat sich Weber einen besonderen Werbegag einfallen lassen: Die Grittibänzen sehen aus wie Minenopfer – es fehlen ihnen Arme und Beine.

Selbstloser Dienst an der Gesellschaft

Der Rotary Club will mit seinem Stand am Adventsmarkt nicht nur auf die Minenopfer, sondern auch auf sich selbst aufmerksam machen. «Wir beteiligen uns immer wieder an gemeinnützigen Projekten», sagt Weber. So unterstütze der Club auch ansässige Organisationen wie das Wohnheim Sonnenburg. «Der Rotary Club ist nicht eine Gemeinschaft reicher Leute, die nichts für die Gesellschaft tun.» Die Grundidee sei das selbstlose Dienen, sagt Weber, das sei wichtig. Die einbeinigen Männchen werden deshalb nicht nur am Markt, sondern auch an Firmen verkauft, die das Gebäck ihren Mitarbeitern schenken. Darum konnten die Fixkosten und die Herstellung der Grittibänzen bereits durch die Firmenverkäufe gedeckt werden. Das hat zur Folge, dass die Grittibänzen am Adventsmarkt keinen bestimmten Preis mehr kosten.

Jeder Kauf ist eine Spende

«Jede Person kann selbst entscheiden, wie viel sie zahlt», sagt Weber. Es sei wie eine Spende, und als Dank dafür erhalte man einen einbeinigen Grittibänz. «100 Prozent des Geldes, das man für einen Grittibänz bezahlt, geht an Mine-ex», sagt Marco Weber. Der Club sorgt schliesslich dafür, dass das gesamte Spendengeld auch bei der Organisation ankommt. Heute werden in der Bäckerei Strassmann 1000 Mine-ex-Grittibänzen für den Verkauf hergestellt.


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