Ein Stuhl bleibt leer

BUSSNANG ⋅ Die Primarschulgemeinde muss auch nach der ausserordentlichen Versammlung in Unterbesetzung weiterarbeiten. Über ihre Zukunft entscheidet nun der Rechtsdienst.
28. September 2017, 05:34
Mario Testa

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@thurgauerzeitung.ch

Die Hiobsbotschaft kam kurz vor der Versammlung. Die einzige verbliebene Kandidatin auf den freien Sitz in der Behörde zog ihre Bewerbung zurück. Somit hatte die ausserordentliche Versammlung am Dienstagabend, zu der die Behörde der Primarschulgemeinde Bussnang-Rothenhausen eingeladen hatte, ihre Bedeutung bereits verloren, bevor sie begonnen hatte. Eine grosse Ernüchterung für Schulpräsident Daniel Hafner: «Wir hatten acht Interessierte, die an einem der Informationsabende über die Mitarbeit in der Behörde teilgenommen haben. Eine Frau blieb zum Schluss, die sich eine Mitarbeit vorstellen konnte und kandidieren wollte. Nach ihrem Rückzug sind wir wieder bei null.» Da auch eine spontane Kandidatur an der Versammlung ausblieb, erübrigte sich eine Wahl.

Hohe Arbeitsbelastung schreckt ab

Grösster Knackpunkt in der Re­krutierung neuer Behördenmitglieder scheint die Arbeitsbelastung zu sein. «Wir haben den Interessierten ehrlich gesagt, dass als Behördenmitglied mit rund 30 Stunden Arbeit pro Monat zu rechnen ist, das hat offenbar abgeschreckt», sagt Hafner. Nach der Versammlung äussert er erstmals seine Absichten, im kommenden Sommer aus der Behörde ausscheiden zu wollen. «Dazu muss ich beim Kanton einen Antrag stellen, aber solange wir unterzählig sind, habe ich da wohl kaum Chancen, dass dieser bewilligt wird.» An der Versammlung kam aus, dass auch die langjährige Finanzchefin Barbara Huggel sich aus der Behörde zurückziehen will.

Über die Zukunft der Primarschulbehörde Bussnang-Ro­thenhausen entscheidet nun der kantonale Rechtsdienst. «Vielleicht bekommen wir nochmals die Chance auf eine Ersatzwahl. Es kann uns aber auch ein Fusionsbefehl drohen», sagt Hafner. Eine Fusion wenigstens mal zu prüfen, forderte in der Diskussionsrunde auch ein Votant aus der Reihe der 29 anwesenden Stimmbürger. Ein Zusammenschluss behagt der Behörde jedoch nicht. «Wir wollen, dass die Schule im Dorf bleibt. Wir kennen die negativen Auswirkungen von Fusionen aus den Nachbardörfern», sagt Hafner.


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