Ein Juchz zum Auftakt

WEINFELDEN ⋅ Mit der Eröffnungsfeier fiel der Startschuss für die Wega. Festredner und Olma-Direktor Nicolo Paganini betonte die Stärken der Messen. Am Ende gab es eine musikalische Überraschung.
29. September 2017, 07:39
Sabrina Bächi

Sabrina Bächi

sabrina.baechi

@thurgauerzeitung.ch

Ohne Paukenschlag, dafür mit Naturjodel wurde die 66. Wega eröffnet. Eine spontane Aktion führte zwei Dutzend Thurgauer Prominente an der Eröffnungsfeier auf die TKB-Bühne. Gemeinsam mit Jodler Hannes Inauen übten sie ein Lied ein, das sie am Schluss der Feier vortrugen. Voller Inbrunst jodelte etwa Grossratspräsidentin Heidi Grau-Lanz von der Bühne ins Publikum. Auch Regierungspräsidentin Carmen Haag trällerte freudig, selbstverständlich mit den Händen im Hosensack. Auch Neu-Nationalrat Hansjörg Brunner sang aus voller Kehle. Mit viel Geschick brachte Wega-Präsident Heinz Schadegg die Taler zum Schwingen. Seine Stimme kam davor zum Einsatz: «Die Wega ist offiziell eröffnet.» Mit diesen Worten gab er den Startschuss für die Wega.

Fahrer irrte sich in der Messe

Eingeleitet wurde die Feier mit einem Interview: Heinz Schadegg erklärte, was an der Messe alles neu ist. Dabei kam er vor allem auf die Sicherheitsmassnahmen und das Abfallproblem zu sprechen. Zum Schluss gab er noch eine witzige Anekdote zum Besten: Im Verlauf der Aufbauarbeiten kam ein Lastwagenfahrer, der sich über die schlechte Organisation beschwerte. «Er muss zum Stand 722, erzählte er mir aufgebracht. Das machte mich stutzig, denn wir haben nur 500 Aussteller.» Der Lieferschein brachte die Gewissheit. Der Fahrer hatte sich in der Messe geirrt: eigentlich sollte er seine Waren an der Olma abliefern.

«Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an», begrüsste Max Vögeli, Gemeindepräsident von Weinfelden, die Anwesenden. Dass die Weinfelder Messe auch nach so vielen Jahren noch erfolgreich ist, sei auch den Organisatoren zu verdanken, sagt Vögeli. Die Wega ist für ihn die ideale Verbindung von Neuem und Altem. In Anlehnung an das Motto der Gastregion «Sönd wöllkomm» übersetzt er ins Thurgauer Deutsch: «Chömed inä und lueged herä.»

Messen brauchen viele kleine Gesten

«Ich frage mich, warum ich hier bin – wahrscheinlich liegt es an meinen Thurgauer Wurzeln», mutmasste Nicolo Paganini, der Olma-Direktor aus St. Gallen. Er hielt die diesjährige Festrede. Nicht etwa, weil es im Thurgau zu wenig potenzielle Redner gäbe, findet Paganini, sondern weil der Thurgau Gastkanton an der Olma ist. Er selbst habe fast nur positive Erinnerungen an die Wega. Als Verbindung zwischen der Wega und der Olma, wusste Paganini einiges zu berichten. Beide Messen feiern beispielsweise ein Jubiläum, die Wega mit einer Schnapszahl, die Olma mit 75 Jahren. Um gesellschaftlich relevante Anlässe zu bleiben, brauche es jedoch viele kleine Gesten, die die Wichtigkeit des Anlasses ausmachen. Als Dank für seine Ansprache bekam er, passend zur Schnapszahl der Wega und zur Gastregion, einen Appenzellerschnaps geschenkt.


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