Bachöffnung geht bachab

Rückschlag für den Gemeinderat. An der Versammlung lehnten die Stimmbürger einen Sanierungskredit ab.
24. November 2017, 07:31

Ein 167 Meter langer Bachabschnitt sorgte an der Budgetversammlung der Politischen Gemeinde Schönholzerswilen am Mittwochabend für hitzige Diskussionen. Im Moment fliesst der besagte Waablingerbach unter­irdisch vom Schönholzerswiler Oberdorf in Richtung des Weilers Weiblingen. «Die Aufnahmen der Kamera, welche die Wasserleitung untersuchten, zeigen, dass sie sich in einem sehr schlechten Zustand befindet», sagte Gemeindepräsident Fredy Oettli. Dass die Leitungen saniert werden müssen, stand für die 113 anwesenden Stimmberechtigten ausser Frage.

Für Gesprächsbedarf sorgte bei der gutbesuchten Versammlung hingegen die geplante Offenlegung des Gewässers. Während ein betroffener Landbesitzer die Offenlegung befürwortete, sprach sich eine andere dagegen aus und befürchtete den Wertverlust ihres Grundstücks. Zudem stört sie sich an der Aussage, dass ein eingedolter Bach laut des Gewässerschutzgesetzes nicht in offener Bauweise saniert werden darf. «Ich habe andere Informationen», sagt sie. Andere Votanten störten sich an den durch die Offenlegung auftretenden Folgekosten oder sorgten sich um den Verlust von Nutzland. Auf Antrag eines Votanten wurde die Abstimmung im Geheimen durchgeführt. Mit 90 Nein- und 20 Ja-Stimmen wurde das 242 000 Franken teure Projekt bachab geschickt. «Wie es nun weitergeht, wissen wir noch nicht. Wir haben keinen Plan B», beantwortete Fredy Oettli danach eine entsprechende Frage.

Mit grossem Mehr gutgeheissen wurde dagegen das Kreditbegehren über 162 000 Franken für die Entwässerung und die Werke im Wiesental. Einstimmigkeit herrschte auch beim Kredit über 165 000 Franken für den Ersatz der Wasserleitung vom Restaurant Schützenhaus bis zum Weiler Haslen. Mit den neuen Leitungen werden auch gleich Leerrohre, das Glasfaserprojekt und die Elektra verlegt. «Der Kostenanteil der Elektra über 52 000 Franken muss an der Elektra-Versammlung im Januar noch bewilligt werden», erklärte Oettli.

 

Monika Wick

weinfelden@thurgauerzeitung.ch


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