Die Bezwinger der Kiesgruben

BÜRGLEN ⋅ Am Samstag fand im Kieswerk der Firma Strabag erstmals ein Schweizer Meisterschaftslauf für 4×4-Geländewagen und Quads statt. 85 Fahrer gingen an den Start.
24. April 2017, 07:13
Rudolf Steiner

Rudolf Steiner

weinfelden@thurgauerzeitung.ch

Viele Austragungsorte gibt es in der Schweiz nicht für die Freunde des 4×4-Geländetrialsports in der Schweiz. So treffen sie sich zur Ausübung ihres Hobbys immer wieder an den gleichen Plätzen, etwa im zürcherischen Wil, in Rabius oder Reichenau im Kanton Graubünden. Hier finden sie in ehemaligen oder aktuellen Kiesgruben perfekte Bedingungen. Seit vergangenem Wochenende ist mit der Kiesgrube der Firma Strabag zwischen Bürglen und Mauren ein neuer Austragungsort dazugekommen.

«Wir sind immer auf der Suche nach neuen Plätzen, auf denen wir unsere Trainings und Wettkämpfe durchführen können», sagt Kurt Schmid. Der 40-Jährige ist Geschäftsführer eines Limousinenservices und in seiner Freizeit amtet er als Präsident des Monkey Offroad Clubs aus Gächlingen im Kanton Schaffhausen. Er hat diesen ersten Wettkampf der Geländewagen in Bürglen organisiert. Der Lauf zählt als erster von fünf Wettkämpfen zur Schweizer Geländewagenmeisterschaft der FSG, der Föderation Schweizerischer Geländewagenclubs, die aus zehn Clubs mit einigen hundert aktiven Mitgliedern besteht. «Wir sind wie eine grosse Familie, eine verschworene Gemeinschaft von 4×4-Freaks, und treffen uns jeweils zu den offiziellen Meisterschaftsläufen in der Schweiz und im angrenzenden Ausland.»

85 Teilnehmer in sieben Kategorien

85 Fahrer – darunter 2 Frauen – haben sich in sieben Kategorien angemeldet. «Ein Riesenerfolg» wie OK-Chef Kurt Schmid stolz anfügt. Einige der Teilnehmer sind bereits am Freitag mit Wohnwagen angereist und haben im Fahrerlager in der Kiesgrube übernachtet. Der organisierende Club hat mit vielen Freiwilligen alles vorbereitet.

Am Samstagmorgen galt es für die Fahrer ernst. Zuerst wurden die Fahrzeuge von der technischen Kommission geprüft. Anschliessend konnten sie mit den Beifahrern die mit Holzstäben und Farben markierten Pisten im Gelände besichtigen. Alle Teilnehmer mussten mit ihren Geländewagen die vier Sektionen mit je fünf Toren zweimal durchfahren. Bei Fehlern gibt es Strafpunkte.

Während der fast 200 Fahrten gab es an diesem schönen Samstag viele spektakuläre Einlagen, Schwindel erregende Steilwandfahrten und mutige Sprünge zu bestaunen. Die aufregendsten Vorführungen zeigten aufgrund ihrer Bauweise die Fahrer der Geländefahrzeuge der ­Kategorien «Promodified» und «Prototypen». Die Offroader kamen mit Leichtigkeit durch die schwierigen Parcours.

Einige Kipper liessen sich dennoch nicht vermeiden, Saltos und Überschlage gab es an diesem Tag aber keine. Stürze sind dank der vielen Sicherheitsmassnahmen wie Überrollbügel und Dreipunktgurten für die Teilnehmer ungefährlich. Und da an den Wertungsläufen nicht auf Zeit gefahren wird, können sich die Fahrer für die schwierigen Hindernisse auch genügend Zeit nehmen.

Rangliste

www.4×4moc.ch


Leserkommentare

Anzeige: