Auf cineastischer Entdeckungsreise

Im Liberty Cinema spielen sich im Filmklub für Kinder zauberhafte Kino-Entdecker-Szenarien ab. Die «Zauberlaterne» nimmt die Kinder hinter und vor die Kulissen von neun Filmen mit.
17. September 2010, 01:04
margrith pfister-kübler

weinfelden. Tiefe Einsichten, wie Filme entstehen, wer sie macht und warum dazu Spass und Ernsthaftigkeit gehören, dies zeigt der Filmklub für Kinder, die «Zauberlaterne». Zum Auftakt am Mittwoch wurde im Weinfelder Liberty Cinema mit dem Stummfilm «Moderne Zeiten» von Charly Chaplin gearbeitet. «Als Regisseur heisst Chaplin nicht Charly, sondern Charles», führte eine Schauspielerin die Kleinen ins Geschehen ein, und in der Rolle eines kecken Girls zelebrierte eine weitere Schauspielerin Wahrnehmungen aus Kindersicht. «Einfach den Film ablaufen lassen», das wollen die Verantwortlichen nicht. Conny Hofstetter aus Buhwil meinte beim Ticketkauf für den Nachwuchs: «Filmluege ist nicht einfach Filmluege. Hier wird Hintergrund geboten auf eine Art, wie ich es als Mutter selber nicht kann.» Für Lisa Schneebeli aus Märstetten ist es wichtig, dass die Kinder mitbekommen, wie ein Film entsteht.

Im Kinosaal wurde durch ein Mini-Theater mit Schauspielern ein Dialog mit den Zauberlaterne-Gängern eröffnet – diesmal alles mit Fokus auf 1931 mit Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit. «Chaplin macht es ganz lustig, aber er wird schlecht behandelt», kommentierte ein Bub. Fliessbandarbeit wurde mit Zusammenheften von WC-Papier gezeigt, so dass die Kinder von den Filmszenen mit Schafherden und den folgenden arbeitslosen Menschenherden in den Bann gezogen wurden.

«Nie die Hoffnung verlieren»

Während der Stummfilm-Szenen, die von den Kindern mit Spannung beobachtet wurden, kommentierte eine Schauspielerin, was auf der Leinwand abgeht, fast so, als würde man abends noch eine Gute-Nacht-Geschichte erzählt bekommen. Die Botschaft «Nie die Hoffnung verlieren» kam bei den Kleinen an; lachen über das eigene Unglück, kämpfen um die eigene Menschenwürde. Grossaufnahmen hoben kleine Details wie Suppe auslöffeln im Gefängnis hervor. Die Kommentare zum Film halfen den Kindern, damit diese sich nicht allein den Kopf über das Gesehene zerbrechen mussten. «Gibt es hier keine Pause?», flüsterte ein Mädchen kurz vor Filmschluss ihrer Freundin ins Ohr.

Wissenswertes bieten

Adrian Caramaschi, der «Zauberlaterne»-Präsident, beschreibt das Ziel des Vereins folgendermassen: «Wir wollen den Kindern die unvergleichliche Freude am Kino näherbringen. Dies geschieht, indem den Kindern nicht einfach nur ein Film gezeigt wird, sondern indem ihnen auch Wissenswertes geboten wird.»


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