Tagblatt Online, 18. Mai 2012 07:13:00
Windpark soll Kliniken nicht gefährden
GAILINGEN/DIESSENHOFEN. Die Schmieder Kliniken wollen keine Windenergieanlage auf dem Rauhenberg von Gailingen.
Ein klares Bekenntnis hat der Gailinger Bürgermeister Brennenstuhl abgegeben: «Das Ziel, die Rahmenbedingungen für die Neurologische Rehabilitation in Gailingen zu erhalten, ist klar.» Unklar ist der Weg zu diesem Ziel. Es gibt gesetzliche Vorgaben der grün-roten Landesregierung. Dies ging aus der gutbesuchten öffentlichen Sitzung des projektbegleitenden Ausschusses Windkraft am Dienstagabend im Bürgersaal des Rathauses Gailingen hervor.
Fakt ist: Die Nutzung der Windenergie als erneuerbare Energiequelle erhält Auftrieb. Nach dem neuen Windatlas des Landes Baden-Württemberg eignet sich der Standort Rauhenberg Gailingen besonders gut. Der Rauhenberg befindet sich in unmittelbarer Nähe zu den Schmieder Kliniken, wo allein im Jahr 2011 rund 3100 Patienten etwa nach Schlaganfälle oder Schädel-Hirn-Traumen behandelt wurden.
Das Image pflegen
Die Einschätzung der Kliniken, das Image der Gemeinde werde über Rehabilitation, Tourismus, Natur, Artenschutz, Brutgebiet vom Rotmilan, Naherholung, Ruhe und Infrastruktur wahrgenommen, teilte Bürgermeister Brennenstuhl. «Dieses Image gemeinsam weiter zu pflegen, halte ich für unsere wichtigste kommunale Aufgabe. Schliesslich heisst der Slogan der Gemeinde: Leben, Erholung & Gesundheit.» Die zum Teil heftigen Diskussionen zeigen, wie schwierig das Thema ist. «Es sollte unsere Gemeinde aber nicht spalten, wir hatten bisher den gesellschaftlichen Zusammenhalt und wollen ihn auch künftig», sagte Bürgermeister Brennenstuhl. Allen ist wichtig, dass die Wertschöpfung der Kliniken Gailingen mit 297 Mitarbeitern in der Region bleibt.
Patienten gegen Windräder
Das klare Bekenntnis zur langfristigen Sicherung von Gailingen als Standort der Schmieder Kliniken freute Heike Schmieder-Wasmuth als stellvertretende Beiratsvorsitzende der Kliniken. Den Kliniken Schmieder geht es nicht um eine Ablehnung der Windkraft, sondern um die Gefährdung des Standortes durch die geplanten Windräder auf dem Rauhenberg, die dazu führen würden, dass ein Teil der Patienten diese Reha-Klinik nicht mehr wählen wird.
Der Grossteil vom Plateau Rauhenberg ist im Besitz der Bürgergemeinde Diessenhofen. Deshalb wird diese ein Wörtchen mitzureden haben. «Wir sind im Gespräch mit der Bürgergemeinde», so Axel Wasmuth von den Kliniken Schmieder. (kü)
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Kommentar lesen
deich (18. Mai 2012, 09:35)
Gefahr?
Es ist nicht einzusehen, dass geschickt platzierte Windräder auf dem Rauhenberg den Klinikstandort gefährden. Wenn alle (nach dem St. Florian-Prinzip) immer "Nein" sagen zur Umstrukturierung der Energie, die ja grosse Chancen beinhaltet, wird es schwer werden, die angestrebten Ziele zu erreichen. Eine Gefährdung nicht nur der Klinik hätte durch einen Gau schweizerischer und französischer Kernkraftwerke am westlichen Rhein weit grösseres Potential. Hier wäre sinnvoller für einen Abbau zu kämpfen als gegen weit harmlosere Einwirkungen erneuerbarer Energieinstrumente.
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