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Tagblatt Online, 04. Mai 2012 07:30:00

Hartmann und sein «Räuberleben»

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Lukas Hartmann in Ermatingen. (Bild: Ingrid Meier)

ERMATINGEN. In der Gemeindebibliothek Ermatingen las am Mittwochabend der Schweizer Erfolgsautor Lukas Hartmann aus seinem neuen historischen Roman. Schnell zog er das Publikum mit seiner Geschichte über einen Gejagten in seinen Bann.

INGRID MEIER

Strahlend stellte Bibliothekarin Edith Suter den bekannten Schweizer Autor Lukas Hartmann den rund 30 erschienenen Gästen in der Gemeindebibliothek vor. Das Team der Bibliothek – Edith Suter, Sandra Kneubühler und Hans Weilenmann – war sichtlich begeistert, dass es den Bestsellerautor für eine Lesung aus seinem neuesten Buch «Räuberleben» gewinnen konnte. Wieder ist es ein historischer Roman, mit dem Lukas Hartmann seine Leserschaft begeistert.

Hannikel und der Sinti-Clan

In behäbigem Bärndütsch erzählte der Autor, wie sein neuestes Werk entstanden ist: In einem Antiquariat fand er ein altes Buch über den Räuberhauptmann Hannikel und seinen Clan der Sinti. Die Geschichte interessierte ihn, und er begann zu recherchieren. Eine Geschichte müsse ihn fesseln, so Hartmann, «dann kommt die Lust zum Schreiben».

Diese Lust hat den Schweizer Autor seit Mitte der Siebzigerjahre etwa alle zwei Jahre einen Roman schreiben lassen, neben zahlreichen Kinderbüchern, Jugendliteratur, TV-Drehbüchern und Hörspielen. Den «Vielschreiber» will er nicht gelten lassen: «Es ist einfach pure Lust am Schreiben, gepaart mit viel Selbstdisziplin», so der Autor.

Lukas Hartmann beginnt zu lesen und zieht die Zuhörer schnell in seinen Bann. Aus drei Perspektiven reflektiert er in seinem spannenden Buch das Leben des gejagten und gehassten Räuberhauptmanns Hannikel.

Dieser löste im Jahre 1786 die grösste Menschenjagd aus, die es je in der Schweiz gab, bis er schliesslich am Pizol geschnappt und Herzog Karl Eugen übergeben wurde. Die Verhöre im Herzogtum dauerten 27 Wochen und die Hinrichtung 12 Tage.

Verständnis für Heimatlose

Spürbar wird das um Verständnis ringende Engagement von Lukas Hartmann mit dem Schicksal der Gejagten und Heimatlosen einer anderen Kultur. Das Publikum zeigte sich tief beeindruckt von der Lesung.




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