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Tagblatt Online, 03. Oktober 2008 01:05:38

Seglerparadies Romanshorn

Schweizer Meisterschaften in Romanshorn offiziell eröffnet – zwei Segler berichten über ihre Eindrücke vom Ort und ihre Leidenschaft für diesen Sport.

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Gilbert Dürr (55)

daniel walt

Die Parkplätze bei der Seeparkwiese sind komplett belegt. Schilder weisen auf die internationalen Schweizer Meisterschaften der Segler hin, die in wenigen Minuten eröffnet werden. «Die Wetterprognosen sind günstig. Im Moment haben wir einfach relativ viel Wind, vor allem für die Jungen», sagt Ruedi Schellenberg, Präsident des organisierenden Yacht-Clubs Romanshorn. Wenig später begrüsst er die über 200 Segler. Er dankt ihnen, dass sie sich, dem Wunsch des unvergessenen Roland Pieper folgend, zu einer zentralen Schweizer Meisterschaft hier eingefunden hätten. In der Folge stellt Gemeindeammann Norbert Senn kurz Romanshorn vor und wünscht den Teilnehmern, dass sich die Windstärke noch einpegeln wird.

«Die ganze Familie segelt»

Eine der Seglerinnen ist die 15jährige Nigina Römer vom Yachtclub Bielersee. «Romanshorn kannte ich bisher nur von der Durchfahrt her – länger war ich noch nie da», hält sie fest. Sie hat gute erste Eindrücke gewonnen: «Der Hafen ist schön und gross. Schade ist einzig, dass es hier nur eine Rampe für die Schiffe hat.» Mit dem Segelsport begann sie im Alter von acht Jahren: «Meine ganze Familie segelt», fügt sie erklärend an. Was fasziniert sie an diesem Sport, mit dessen Ausübung sie unter ihren Freundinnen und Freunden eine Exotin ist? «Der Umgang mit Wasser und Wind – man muss sich ihnen gut anpassen können, um Erfolg zu haben», sagt sie. Ihren Schulkollegen müsse sie jeweils viel darüber erklären. «Sie interessieren sich aber dafür, welche Preise und Plätze ich hole», berichtet Nigina Römer. Ihr Ziel für diese Meisterschaften: In ihrer Kategorie unter die ersten fünf kommen.

Schon früher in Romanshorn

Nach den Ansprachen leert sich das Zelt – draussen gibt es Informationen für die Teilnehmer. Vieles ist auch auf Aushängen bei den vier Wettfahrtleitungs-Büros zu lesen: Segelinstruktionen, Informationen für Begleitboot-Fahrer sowie die Wetterprognosen. Auf guten Wind hofft auch der 55jährige Gilbert Dürr vom Segelclub Murten. Er war bereits vor Jahren einmal in Romanshorn, um zu segeln. Die Adresse von Familie Langenegger, bei der er damals privat einquartiert war, hatte er aufbewahrt. Und so schläft er auch jetzt wieder bei ihr.

Bis ins hohe Alter möglich

«Wenn ich die Konkurrenz anschaue, bin ich schon zufrieden, wenn ich in meiner Kategorie unter die erste Hälfte komme», hält Gilbert Dürr zu seinen Zielen fest. Das Segeln war ihm Ende der 60er-Jahre von seinem Vater beigebracht worden. Weshalb übt er diesen Sport bis heute aus? «Zum einen ist man draussen. Zum anderen muss man sich mit Wasser, Wind und der Konkurrenz auseinandersetzen. Und auch die Kameradschaft gefällt mir», antwortet er. In der Laserklasse könne man bis ins hohe Alter segeln. Vorausgesetzt, die Gesundheit lässt es zu, will er auch in den nächsten Jahren weiter segeln.





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