Tagblatt Online, 10. September 2010 01:03:28
Im Seebad mit Holz einheizen
Für eine angenehme Wassertemperatur im Seebad soll ab nächstem Jahr eine Holzheizung sorgen. (Bild: Archivbild: Christa Kamm-Sager)
ROMANSHORN. Die Heizung im Seebad muss erneuert werden. Am 26. September stimmen Romanshorns Stimmbürgerinnen und Stimmbürger über einen Kredit in der Höhe von 930 000 Franken ab für eine Qualischnitzel-/Pellet-Anlage.
christa kamm-sager
Die Botschaft zur Abstimmung über den Ersatz der Seebad-Heizung wurde bereits in alle Haushaltungen versandt. Darin ist der lange Weg bis zum Entscheid, das Wasser für das Seebad mittels einer Holzheizung aufzuwärmen, genau aufgeführt. Die Gasheizung sei 1984 installiert worden und «in die Jahre gekommen». Die Grenzwerte zur Luftreinhalteverordnung könnten mit dieser Heizung nicht mehr eingehalten werden, heisst es in der Botschaft.
In einem langwierigen und aufwendigen Verfahren habe der Gemeinderat die verschiedenen Optionen geprüft und sei zum Schluss gekommen, dass eine Qualischnitzel-/Pellet-Heizung die beste Lösung wäre.
Angenehme Temperaturen
In den 80er-Jahren habe man eine Änderungen im Freizeitverhalten festgestellt. Die Bevölkerung sei mobiler und damit anspruchsvoller geworden. Es habe sich ein Wettbewerb unter den Badeanstalten entwickelt. Die Gemeinde Romanshorn wolle, dass das Seebad weiterhin in diesem Wettbewerb bestehen könne.
Angenehme Wassertemperaturen würden da vor allem am Saisonanfang und -ende dazugehören. Dass Seebad werde besser genutzt, wenn die Wassertemperaturen stimmen würden.
Keine Bassinabdeckung
Gemäss dem Gesetz über die Energie vom 1. April 2005 ist der Bau neuer oder die Sanierung bestehender Anlagen zur Badewassererwärmung nur zulässig, wenn sie mit erneuerbaren Energien oder anderweitig nutzbarer Abwärme betrieben werde.
Elektrische Wärmepumpen dürfen nur eingesetzt werden, wenn die Wasserflächen gegen Wärmeverlust abgedeckt werden.
Heute werde das Badewasser mit einer Gasheizung und Solarabsorbermatten erwärmt. Geprüft worden sei jetzt von der Gemeinde, ob ein vertraglich festgelegter Bezug von Biogas aus dem Erdgasnetz möglich wäre. Dies sei aber vom Kanton nicht anerkannt worden, heisst es in der Botschaft zur Abstimmung über die neue Heizanlage.
Geprüft habe man auch die Frage einer Bassinabdeckung. Darauf habe man aber aus betrieblichen und ökonomischen Gründen verzichtet.
Sechs Varianten untersucht
In einer Machbarkeitsstudie habe man schliesslich sechs Varianten untersucht. Wegen der Vorgaben des Kantons und unter Berücksichtigung der Investitions- und Betriebskosten habe die Qualischnitzel-/Pellet-Heizung am besten abgeschnitten. Eine reine Holzschnitzelheizung sei aus Platz- und Kostengründen nicht konkurrenzfähig gewesen.
An den Kosten von insgesamt 930 000 Franken beteiligt sich der Kanton mit 200 000 Franken. Somit verbleibt für die Gemeinde noch ein Betrag von 730 000 Franken, der sich wie folgt zusammensetzt: Rohbauten 165 500 Franken, Baugrube 8000 Franken, Elektroanlagen 32 000 Franken, Heizung 524 000 Franken und Honorare 121 000 Franken. Dazu kommen Umgebungsarbeiten von 25 000 Franken und Baunebenkosten und Unvorhergesehenes in der Höhe von 50 000 Franken.
Nächste Saison in Betrieb
Falls die Stimmbürgerschaft am 26. September dem Kredit zustimmt, soll mit den Arbeiten im Herbst/Winter begonnen werden. Die neue Heizung würde auf die nächste Saison in Betrieb genommen.
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