Tagblatt Online, 02. Juni 2012 01:05:00
Erster Vorentscheid zur Fusion
Die Salmsacher zeigen Flagge: Sie wollen nicht wie die Romanshorner an der Urne über die Fusion abstimmen. (Bild: Reto Martin)
SALMSACH. Die Salmsacher werden an einer Gemeindeversammlung über die Fusion mit Romanshorn befinden können. Die Einwohner haben sich am Donnerstag deutlich gegen eine Urnenabstimmung ausgesprochen.
MARKUS SCHOCH
An der Salmsacher Rechnungsgemeinde vom Donnerstagabend gab nur ein Thema zu reden: Die geplante Fusion mit Romanshorn.
Der Gemeinderat hätte gerne die Gemeindeordnung so geändert, dass die Stimmbürger voraussichtlich in eineinhalb Jahren an der Urne über den Zusammenschluss mit dem grossen Nachbarn entscheiden können. Damit wäre der Beschluss möglichst breit abgestützt, argumentierte Gemeindeammann Kurt Helg.
Die Meinungen in der Versammlung gingen weit auseinander, ob das tatsächlich der richtige Weg sei. Am Schluss setzen sich die Gegner einer Urnenabstimmung klar durch. Rund 44 Personen sprachen sich gegen den Antrag des Gemeinderates aus und nur 19 dafür.
Helg: Batterien leergelaufen
Zu Beginn der Rechnungsgemeinde kam Gemeindeammann Helg auf sein Burn-out zu sprechen, das ihn seit Mitte April zwingt, kürzerzutreten. Im November des letzten Jahres seien seine Batterien «durch verschiedenste personelle Problemstellungen leergelaufen», sagte Helg. Immer mehr habe er sich an Ort gedreht, und immer stärker sei er Richtung Depression gerutscht. Dank psychiatrischer Begleitung und Medikamenten habe sein Zustand stabilisiert werden können.
Er sei in dieser Situation nahe dran gewesen zurückzutreten, und sein Arzt hätte es sogar begrüsst, betonte Helg. Er habe sich dann aber anders besonnen wegen der Abklärungen zur Fusion mit Romanshorn. «Hätte ich aufgehört, wäre der Prozess jäh gestoppt und um Jahre zurückgeworfen worden», sagte Helg.
Als Kompromiss habe er eine Auszeit gewählt. Zuerst wollte Helg zwei Monate die Alltagsgeschäfte vollständig der Gemeindeschreiberin, dem Gemeinderat und Drittpersonen überlassen und nur noch wichtige Termine und Repräsentationsaufgaben übernehmen – trotz Bedenken seines Arztes.
Anfang Mai hätten sie sich dann darauf geeinigt, die vollständige Absenz vom Arbeitsplatz auf einen Monat zu beschränken. Dafür arbeite er zwei Monate nur 50 Prozent. Ab heute erholt sich Helg ausserdem für drei Wochen in einer Kur im Ausland, und zwar auf eigene Kosten, wie er am Donnerstag betonte. Seine Hoffnung: Dass so der Heilungsprozess beschleunigt wird.
Bucht: Es geht nicht vorwärts
Zur Sprache kam an der Rechnungsgemeinde auch das geplante Velohotel in der Salmsacher Bucht, mit dem es nicht so recht vorwärts gehen will. Die Einsprache von Pro Natura sei «an und für sich haltlos», sagte Helg. «Nun macht aber das Amt für Raumplanung wegen der Zonenkonformität des Projektes Vorbehalte.» Zwischenzeitlich sei zudem das gesamte Areal beidseits der Strasse in den Altlasten-Kataster eingetragen worden. Die Gemeinde hat jetzt drei Jahre Zeit für Voruntersuchungen, aufgrund derer der Kanton entscheiden muss, ob sofort gehandelt werden muss oder Zeit bleibt. Eine Sanierung würde «in die Millionen gehen», sagte Helg.
Die Investoren des Velohotels seien jetzt daran abzuklären, wie es weiter gehen soll. «Vielleicht kommen sie auf das bestehende Gebäude zurück und bauen es um», sagte Helg.
Badeplatz aufwerten
Immerhin einen Lichtblick gibt es gemäss Helg. Der Kanton habe die Gemeinde auf die Möglichkeit eines Revitalisierungsprojektes in der Salmsacher Bucht hingewiesen. Für Salmsach sei das deshalb interessant, weil sich Bund und Kanton finanziell stark beteiligen würden und die Gemeinde «endlich die Wasserqualität verbessern könnte.» Sie ist so schlecht, dass an der Gemeindeversammlung im letzten November gefordert wurde, den Badeplatz aufzuheben. Die Gemeinde sei offen für Gespräche, sagte Helg.
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unangan (03. Juni 2012, 15:16)
deutlich gegen eine Urnenabstimmung ausgesprochen.
na dann... da steht wieder Mal die Frage im Raum, wie Demokratie an den schw. Bodenseeufern gelebt sein soll...???..
Beitrag kommentierenWas bezweckt die Gemeindeversammlung von Samlsach mit diesem negativen Entscheid zur Abstimmung zur Fusion mit Romanshorn...???...
Ob ein Fusion mit Romanshorn... oder eben kein Zusammenschluss, sollte des "Volkeswille" sein und nicht irgend welchen "behördlichen" Interessen untergeordnet werden....!!!...
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