«Zeit für einen Weckruf»

EISHOCKEY ⋅ Thurgaus Auswärtsspiel am Samstag um 17.30 Uhr gegen Winterthur wird zum Charaktertest. Trainer Stephan Mair fordert von seinen Spielern nach zwei Niederlagen mehr Bescheidenheit.
22. September 2017, 07:18
Matthias Hafen

Matthias Hafen

matthias.hafen@thurgauerzeitung.ch

Die Stimmung beim HC Thurgau ist nach zwei Niederlagen aus den ersten zwei Spielen gedrückt. Das 0:3 zum NLB-Saisonauftakt gegen Rapperswil-Jona holte die Ostschweizer auf den Boden der Realität zurück. Das 2:6 im Cup gegen den EHC Kloten weckte böse Erinnerungen. Erinnerungen an teils nonchalante Auftrit­te aus der vergangenen Saison. «Wir dürfen gegen Rapperswil-Jona und Kloten verlieren», sagt HCT-Trainer Stephan Mair im Wissen um die Stärke der Gegner. «Aber wir haben in diesen zwei Spielen Dinge getan, die wir nicht dürfen.» Wie einfach die Gegner zu ihren Toren gekommen sind, ist Mair besonders sauer aufgestossen. «Wir kassierten zu viele Gegentore durch individuelle Fehler und zeigten vor dem eigenen Tor zu wenig Bereitschaft», sagt er. «Wir haben nicht genug konsequent auf den Mann gespielt.»

Mit diesen Nachlässigkeiten beraubten sich die hoffnungsvoll in die Saison gestarteten Thurgauer ihrer Siegeschancen gleich selber. «Vielleicht haben uns die Leute vor dem Saisonstart zu gut geredet. Vielleicht haben wir uns selber eingeredet, wir seien besser, als wir tatsächlich sind», sagt der Headcoach. «Doch nun ist es Zeit für einen Weckruf.»

Aufgepasst auf Ranov und Zagrapan

Morgen um 17.30 Uhr gastiert der HC Thurgau beim EHC Winterthur in der Zielbau-Arena am Deutweg. Es ist eines der Spiele, welche die Ostschweizer gewinnen müssen, um den Ansprüchen gerecht zu werden. Doch die Zürcher zeigen ein ähnliches Gesicht wie in der vergangenen Saison, als sie in der ersten Phase Leader der NLB waren. Winterthur besiegte heuer zum Auftakt die GCK Lions knapp mit 3:2 und gewann danach in Rapperswil-Jona zur Überraschung aller 4:2. Neuzuzug Anton Ranov vom HC Ajoie ist am rechten Flügel ebenso eine Bereicherung für die Equipe von Trainer Michel Zeiter wie der Slowake Marek Zagrapan auf der Centerposition. Zagrapan ist der einzige Ausländer in Winterthurs Kader.

«Sie sind eisläuferisch stark und spielen aggressiv auf den Mann», weiss Mair. Doch seine Mannschaft habe die Mittel, um die Winterthurer zu besiegen. «Wir müssen nur wieder bescheidener spielen. Das tun, was wir können, und das lassen, was wir nicht können.»

Auch gute Momente auf dem Eis

Natürlich habe er von seiner Mannschaft auch gute Momente gesehen, sagt Mair. Etwa das erste Drittel im Cup gegen den NLA-Club Kloten. Oder auch wie der Titelfavorit Rapperswil-Jona zeitweise auf Distanz gehalten wurde. Sowieso sei die Saison noch jung. Morgen bestreiten die Ostschweizer erst ihr zweites Meisterschaftsspiel. Und dennoch: Ein Sieg in Winterthur würde der Stimmung rund um den HC Thurgau unbestritten guttun.


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