Widerstand hält 30 Minuten

EISHOCKEY ⋅ Der HC Thurgau ist in der ersten Hälfte des Cupspiels gegen den EHC Kloten näher am Exploit als erwartet. Dann macht der NLB-Club Fehler. Kloten kommt mit dem 6:2 zum ersten Sieg in dieser Saison.
20. September 2017, 05:21
Matthias Hafen

Matthias Hafen

matthias.hafen@thurgauerzeitung.ch

«In zehn Spielen gegen Kloten verlieren wir normalerweise zehnmal. Aber vielleicht ist es heute ja das elfte Mal.» Die Worte von Vizepräsident Max Hinterberger schienen in der Kabine des HC Thurgau angekommen zu sein. Der Unterklassige packte im Cupspiel gegen die Zürcher Unterländer seine erste Chance und ging nach 95 Sekunden 1:0 in Führung – und das erst noch in Unterzahl. Toms Andersons traf nach einem schlauen Zuspiel von Adrian Brunner.

Logisch, dass es gegen einen NLA-Club nicht in diesem Stil weitergehen konnte. Auch wenn Kloten als Tabellenletzter mit fünf Niederlagen aus den ersten fünf Saisonspielen nach Weinfelden gereist war. Dass Andersons’ Treffer aber das einzige Thurgauer Feuerwerk an diesem Abend bleiben sollte, war am Ende doch ein wenig bedauerlich. Dies vor allem, weil die Thurgauer in den ersten 30 Minuten aktiver waren als die enttäuschenden Klotener, zweimal eine 5-gegen-3-Überzahlsituation hatten und das Publikum auch sonst mit ihren Vorstössen bestens unterhielten.

Arbeit vor dem eigenen Tor nicht mehr gemacht

Die Kanadier Jaedon Desche- neau und Cam Braes, die neu mit Daniel Steiner eine Sturmlinie bildeten, enteilten ihren höherklassigen Gegenspielern immer wieder. Zählendes schaute dabei aber nicht heraus. Erst in der 58. Minute gelang Lars Neher mit dem 2:6 ein weiterer Treffer für den HCT. Am Ende blieb die Erkenntnis, dass sich Thurgau weiterhin schwertut mit Toreschies-sen und dass der Gegner doch etwas gar einfach zu seinen Toren kam. Andersons 1:0 glich der Schwede Mattias Bäckman noch im gleichen Powerplay aus. Mit zwei Treffern erhöhte Romano Lemm das Skore bis zur Spielmitte auf 3:1. Dann war es um den Widerstand des HC Thurgau geschehen. Das Heimteam machte nun plötzlich seine Arbeit nicht mehr vor dem eigenen Tor, was gegen einen solchen Kontrahenten zwangsläufig zu weiteren Gegentreffern führte. Daniele Grassi, Robin Leone und Roman Schlagenhauf entschieden die Partie noch im Mitteldrittel.

Regionale Auslosung steht in der Kritik

Dass Kloten an diesem Abend ein eher mässig attraktiver Gegner war, sah man nicht nur auf dem Eisfeld. Selbst der Gästesektor in der Güttingersreuti war nicht annährend so gut gefüllt wie noch zum Saisonauftaktspiel am vergangenen Freitag gegen Rapperswil-Jona. Das wirft die Frage auf, ob eine regionale Auslosung im Cup, wie sie derzeit vorgenommen wird, auch wirklich Sinn macht. Thurgauer, die den EHC Kloten sehen wollen, würden direkt in den Schluefweg gehen, ist HCT-Geschäftsführer Patrick Bloch überzeugt. Und die Kloten-Fans erschienen gestern eben auch nicht in Massen. «Es wäre wohl mindestens so attraktiv, wenn einmal Bern oder Fribourg im Cup in Weinfelden antreten würden», so Bloch, der diesen Gedanken weitergeben will.


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