«Uns fehlt noch die Reife»

EISHOCKEY ⋅ Thurgaus Trainer Stephan Mair ist mit dem Stand der Saisonvorbereitung deutlich zufriedener als noch vor einem Jahr. Trotzdem warnt der Südtiroler vor einer Selbstüberschätzung.
28. August 2017, 05:18

Platz vier resultierte für den HC Thurgau am Vorbereitungsturnier in Olten. Mehr konnte der Ostschweizer NLB-Club im Feld der sechs Teams nicht erwarten. Immerhin gehörte Fribourg-Gottéron aus der NLA, zwei DEL-Vertreter sowie der ambitionierte Ligakonkurrent Olten zu den Teilnehmern. Wichtiger als das Resultat waren für Trainer Stephan Mair deshalb die Informationen, die er aus dem Turnier erhielt. «Unser schlechtestes Spiel hatten wir beim 8:4-Sieg gegen Freiburg», sagt der Südtiroler. Der Erfolg gegen den Club aus der DEL2 sei mit Vorsicht zu geniessen, habe der Gegner doch einen sehr schwachen Goalie im Einsatz gehabt. Viel besser gefallen hat ihm der Auftritt im Klassierungsspiel gegen Straubing, aus der DEL das in der Verlängerung 2:3 verloren ging.

Anpassungsfähig aber unbeständig

«Wir passen uns extrem schnell dem Gegner an», sagt Mair. Zu schnell für seinen Geschmack. Zwar sei sein Team so fähig, gegen deutlich stärkere Teams mitzuhalten. «Aber gegen die Schwächeren schleicht sich immer wieder der Schlendrian ein.» Dann werde man fahrlässig in der defensiven Zone.

Für Thurgaus Trainer ein deutliches Zeichen, dass die Mannschaft in diesem Bereich noch zu wenig reif ist. Mair wird den Fokus in den nächsten Trainings anders ausrichten. Die taktische Schulung rücke etwas in den Hintergrund, dafür werde er die Intensität erhöhen. «Die Mannschaft ist bereits im Stande, gut strukturiert zu spielen. Jetzt muss sie noch verstehen, was es braucht, um erfolgreich zu sein.» Zum Trainingsplan der nächsten Tage gehören Zweikämpfe auf engem Raum, Tempospiel sowie Umschaltspiel. «Es wartet noch viel Arbeit auf uns», mahnt Mair. Obwohl die Mannschaft deutlich stabiler sei als zur gleichen Zeit im Vorjahr, sei es ein Trugschluss zu glauben, dass sie für den Saisonstart schon parat sei.

Diem nicht mehr dabei, Lösungssuche mit Steiner

Inzwischen hat sich der HC Thurgau wieder vom vertragslosen Ramon Diem getrennt, der die vergangenen Tage mit den Ostschweizern trainiert hatte. «Letzte Saison hätten wir ihn mit Handkuss genommen», sagt Trainer Mair. Diese Saison aber hat der HCT genügend ähnliche Spielertypen. Mit dem zweiten Trainingsgast Daniel Steiner wird noch eine finanzielle Lösung gesucht. «Seine Torjägerqualitäten würden uns auf jeden Fall helfen», sagt Mair. Und Steiner habe eigentlich signalisiert, dass er bleiben möchte. Unterschrieben sei aber noch nichts. Ebenfalls weilt diese Woche der junge Davoser Verteidiger Pascal Blaser im Training des HCT.

 

Matthias Hafen


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