Tagblatt Online, 06. Juli 2012 08:12:00
Neues Umfeld – neue Pläne
Der Thurgauer Philipp Muntwiler (vorne links) dreht jetzt seine Runden beim FC Luzern. (Bild: ky/Urs Flüeler)
FUSSBALL. Der Thurgauer Profifussballer Philipp Muntwiler hat sich nach seinem Abgang bei St. Gallen gut in Luzern eingelebt. Zurück in der Super League sind die Ziele des Mittelfeldspielers recht hoch.
RUEDI STETTLER
«Er ist mein Mann für das Grobe», hatte sein damaliger St. Galler Trainer Uli Forte über Philipp Muntwiler gemeint. Das sagt über die Qualitäten des kämpferischen Hinterthurgauers aber nur wenig aus. «Munti» ist zweifellos kein Kind von Traurigkeit, doch er steckt auch ein. Schlimm für ihn war vor allem jene Zeit, als er sich nach einem Achillessehnenriss wieder ins Team zurückkämpfen musste. Noch bevor der Aufstieg von St. Gallen zurück in die Super League klar war, gab er im Januar seinen Wechsel nach Luzern bekannt.
Jetzt ist die Vorbereitung auf die neue Meisterschaft am 15. Juli praktisch abgeschlossen, und Muntwiler gehört wie erwartet zum Stammkader bei den Zentralschweizern. Er fühlt sich «mega-gut. Auch das Training ist unter Murat Yakin super. Natürlich musste ich mich nach den vielen Jahren in der Ostschweiz zuerst an das neue Umfeld gewöhnen. Das ist längst passiert.»
Blick wieder Richtung Europa
Etwas ist dem am 25. Februar 25 Jahre alt gewordenen Rickenbacher an der neuen Wirkungsstätte ganz speziell aufgefallen: «Wir führen im Training viele taktische Übungen aus, die auf den nächsten Gegner angepasst sind. Das war in St. Gallen zuletzt ganz anders. Als Dominator der Challenge League absolvierten wir unser Spiel, egal wie der Konkurrent hiess.» Dass in der Super League andere Voraussetzungen herrschen, das ist Muntwiler klar: «Der FCL hat in der letzten Saison als Zweiter möglicherweise fast etwas über seine Verhältnisse gelebt. Darum ist diese Bestätigung der Ergebnisse nicht einfach.»
Sorgen macht sich Muntwiler aber überhaupt keine: «Das Umfeld und auch wir selber erwarten, dass wir es wieder so weit nach vorne schaffen, um auf der europäischen Bühne auftreten zu dürfen.» Getan dafür hat man einiges. Bei den Einheiten neben dem Platz ist man viel gelaufen. Geschadet hat dies offensichtlich kaum, denn alle fünf Testpartien wurden deutlich gewonnen.
Verschiedene Varianten
Der Neue (er wohnt jetzt in Baar) kommt auch beim FCL im Mittelfeld zum Zuge. Yakin wählt hier verschiedene Varianten. Normalerweise präsentiert sich die Aufstellung in einem 4:4:2, es kann auch ein System mit nur drei Leuten im Zentrum geben. «Bisher bin ich immer in der Mitte aufgelaufen. Ich tausche meine Position oft mit Michel Renggli. Der Trainer will, dass wir flexibel sind», erklärt Muntwiler seine neue (alte) Rolle. Das eher kleine Kader erlaubt kaum grosse Absenzen.
Darum war der Thurgauer besonders froh, dass mit Dimitar Rangelov (29/Dortmund) erst diese Woche der gesuchte Offensivakteur aus der Bundesliga noch verpflichtet werden konnte.
«Wissen, wo wir stehen»
Das Anfangsprogramm für den FCL ist recht happig. Zuerst das Heimspiel gegen Zürich, dann der Gang zu Meister Basel, und nachher tritt daheim in der schmucken Arena Sion an. Muntwiler freut sich, dass es endlich los geht: «Nach diesem Auftakt wissen wir recht gut, wo wir stehen.»
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