Tagblatt Online, 05. Juli 2012 08:02:00
«Im Hallenstadion siegen»
Andrea Wolfer und Tristan Marguet sind für die Zukunft optimistisch. (Bild: übc)
RAD. Der Wahlthurgauer Tristan Marguet fährt nach der Dopingsperre wieder Rennen. Er konzentriert sich auf die Bahn, um am Sixday in Oerlikon Ende November, zu gewinnen.
JARIMA HAAS
Die Schweizer-Meisterschaften waren das erste grosse Strassenrennen von Tristan Marguet seit der Dopingsperre. Der Wettkampf begann gut. «Ich war nach der ersten Runde in der Spitzengruppe und zuversichtlich», erinnert sich der im Sternzeichen Löwe geborene Marguet. Doch leider machte ihm sein Körper einen Strich durch die Rechnung: Der Wahlthurgauer bekam nach 170 km Beinkrämpfe, das Rennen war gelaufen. «Ich versuchte noch mittels Beine hängen lassen die Krämpfe zum Abklingen zu bringen. Es klappte zwar, aber nur für wenige Minuten», erinnert er sich.
Marguet, der in Lausanne geboren ist, war mit dem Tag trotzdem zufrieden. Nervös sei er zwar gewesen, da er nicht wusste, wo er nach der langen Zwangs-Pause gegenüber der Konkurrenz stand. Er hätte aber nicht gedacht, dass er so gut mitfahren könne: «Ich hatte keinen schlechten Tag. Dass ich von den Krämpfen gebremst wurde, war schade, denn ich dachte, dass bei der Elite durchaus ein Platz auf dem Podest möglich ist.»
Nach vorne blicken
Solch ein Vorfall ist für den 25-Jährigen jedoch kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. «Klar frage ich mich, wieso das passieren musste. Aber das bringt mich in so einem Moment nicht weiter. Wichtig ist, nach vorne zu schauen und sich auf das Neue zu konzentrieren», meint der Romand. Bald steht der erste internationale Start seit der Sperre auf dem Programm: Vom 10. bis 15. Juli fährt Marguet zusammen mit Franco Marvulli ein Sechs-Tage-Rennen in Italien. «Mein letzter internationaler Auftritt liegt ein Jahr zurück. Daher bin ich sicher die Tage vorher nervös, aber ich bin zuversichtlich, dass sich das bis zum Beginn legen wird», meint Marguet.
Am 16. und 17. Juli steht dann die Schweizer Meisterschaft auf der Bahn in Oerlikon an. Eine Selektion für die Weltmeisterschaft im September ist für Marguet nicht mehr möglich. Diese ist für den Radprofi, der sich am diesjährigen Kriterium in Weiach den 1. Rang holte, aber auch kein Thema gewesen: «Ich konzentriere mich jetzt vor allem auf die Bahn. Das Sechstagerennen im Hallenstadion Ende November zu gewinnen ist mein grosses Ziel.» Der Partner stehe jedoch noch nicht fest.
Locker und entspannt
Und wie sieht es bezüglich dem Druck, den er sich selbst macht, aus? «Den verspüre ich schon. Schliesslich bin ich bereits 25 Jahre alt und will noch etwas erreichen. Übertreiben tue ich aber nicht.» In der Regel gehe er relativ gelassen damit um, denn zu viel Druck schade der Konzentration. Den Tag vor einem Rennen strukturiert Marguet daher relativ easy: «Ich mache ein lockeres Fahrtraining und entspanne mich danach zu Hause in Weingarten-Kalthäusern vor dem Fernseher.» Ansonsten mache er nicht mehr viel, um sich vorzubereiten, schmunzelt der Rad-Fanatiker, der schon als Kind kräftig in die Pedale getreten und die Leidenschaft für das Velofahren von seinem Vater und Grossvater geerbt hat.
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