Tagblatt Online, 10. April 2012 07:16:00
Furlato fährt auf Platz 6
Auch zu zweit wurde Gas gegeben. (Bild: Daniela Ebinger)
MOTOCROSS. In vier Kategorien sorgten 120 Solofahrer und 35 Seitenwagen für Action am Motocross-Rennen in Frauenfeld. Der Amlikoner Furlato belegte den sechsten Platz.
DANIELA EBINGER
Ein Motorrad nach dem andern zog mit lautem Gedröhne an den Zuschauern vorbei. Gekonnt jumpten die Motocross-Fahrer bei den Sprüngen in die Luft. In den Kurven spritzte die halbnasse Erde in alle Richtungen. Rund 5500 Zuschauer fanden am Ostermontag den Weg ans 51. Motocross-Rennen ins Schollenholz. Das Wetter war fast trocken, aber eher kalt. Von den vier Kategorien sorgten 120 Solofahrer und 35 Seitenwagen für Spektakel und Spannung.
Faszinierend für gross und klein
Zum erstenmal am Motocross-Rennen in Frauenfeld sind die Zuschauer Peter Britt und Jeannine Flury mit den Jungs Bryan und Kevin. Die Jungs schauen ganz gebannt auf die Rennbahn. Peter Britt war schon an verschiedenen Rennen. «Mich fasziniert die Geschwindigkeit, die Technik und der Mut der Fahrer», sagt Britt. Jeannine Flury ist ihren Männern zuliebe mitgegangen und freut sich auf einen Kaffee. «Die Sprünge finde ich aber doch sehr beeindruckend.» Bei der Zuschauerin Vreni Meier kommen alte Erinnerungen hoch. Sie besuchte früher mit ihrem verstorbenen Mann in der ganzen Schweiz Motocross-Rennen. Die ältere Frau freut sich besonders auf die Seitenwagen. «Das Zusammenspiel zwischen Fahrer und Beifahrer ist einfach imposant.» Aber allgemein hat Vreni Meier eine grosse Achtung vor den Leistungen der Fahrer.
Furlato mit schlechtem Start
Der Thurgauer Motocross-Fahrer Yves Furlato fand die Strecke am Ostermontag eher schwierig. «Der Boden war weicher als letztes Jahr und die Beschaffenheit ist nicht an allen Stellen gleich», sagt Furlato. Das mache das Fahren anstrengend und schwer abschätzbar. Der Thurgauer hatte bei beiden Läufen keinen optimalen Start. Er wurde von anderen Fahrern eingeklemmt. «Ich wollte keinen Sturz riskieren und habe mich zurückgehalten», sagt der 22-Jährige aus Bissegg. Trotzdem konnte er sich aber auf Position sechs vorfahren. Frauenfeld ist für ihn nicht nur der Auftakt zur Schweizer Meisterschaft, sondern auch das grösste Heimspiel.
Letztes Jahr hat er die Rennstrecke in Frauenfeld als Sieger verlassen. «Ein zweiter Heimsieg hätte mich sicher gefreut, aber ich war beim letzten Saisonstart schlechter und daher bin ich für die Schweizer Meisterschaft optimistisch.» Er hofft, an den Erfolg von letzter Saison mit dem dritten Platz anknüpfen zu können. «Ich bin gut vorbereitet», sagt er. In der Woche trainiert der Motocross-Fahrer Furlato rund 17 Stunden. Sein Wintertraining bestand von November bis Januar aus Schneeschuhlaufen, Mountainbiken sowie Kraft- und Koordinationstraining im Fitnessraum. Ab Ende Januar folgten auf der Rennstrecke in Spanien zwei intensive Wochen.
Wenig Trainingsmöglichkeiten
Dabei hat er einiges an seiner Maschine getestet und ausprobiert. «Trainingsmöglichkeiten gibt es in der Schweiz nur ganz wenige», sagt der Inter-MX2-Fahrer. Einzig in Schlatt habe es eine kleine Strecke. «Für eine gute Vorbereitung braucht es aber eine anspruchsvolle, grosse Rennstrecke, und diese sind im Ausland», sagt der junge Mann. Darum fährt er oft nach Frankreich oder Italien. Das nächste Rennen ist in einer Woche. Dann geht es ab nach Payerne im Kanton Waadt.
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