Tagblatt Online, 02. Juli 2012 07:06:00
Federnde Bretter in Arbon
Mutige Frauen in Arbon.
TURMSPRINGEN. Im Freibad in Arbon kämpften 35 Wasserspringer aus dem gesamten Land um den Titel eines Schweizer Sommermeisters im Kunst- und Turmspringen. Auch Senioren und Frauen gingen bei diesem Wettbewerb im Oberthurgau an den Start.
RAHEL HAAG
Im Freibad in Arbon fanden die Schweizer Meisterschaften und Senioren-Wettkämpfe im Kunst- und Turmspringen statt. Organisiert wurde der Anlass vom Schwimmclub St. Gallen. Insgesamt traten 35 Athleten von neun verschiedenen Vereinen aus der gesamten Schweiz gegeneinander an. Eine Besonderheit stellten die Senioren-Wettkämpfe dar. In dieser Kategorie trat auch der 64jährige Organisator Peter Roseney aus Wil an. «Wir sind sehr dankbar, dass wir unsere Veranstaltung in Arbon austragen können», sagt er. Denn die Badi Arbon sei in der näheren Umgebung das einzige Freibad, welches den Wettbewerbsansprüchen genüge. Umso bedauernswerter sei es, dass bei den Schweizer Meisterschaften keine Thurgauer am Start seien. «Die Thurgauer haben zwar gute Schwimmclubs, aber keine Wasserspringer», erklärt Roseney.
Arbon als Trainingsort
Im Sommer sind die Wasserspringer des Schwimmclubs St. Gallen beinahe an jedem sonnigen Tag im Freibad in Arbon anzutreffen. «Wir bestreiten hier unser Sommertraining», sagt Peter Roseney. Für den Wettkampf hat der Schwimmclub seine eigenen Sprungbretter mitgebracht. «Die Bretter hier sind schon einige Jahre alt, deshalb haben wir entschieden unsere eigenen Bretter mitzubringen.»
Auch Frauen dabei
Als der Wettkampf der Damen vom 1-Meter-Brett beginnt, haben sich um das Sprungturmbecken schon einige Schaulustige versammelt. So auch die 27jährige Angela Blöchlinger aus Sommeri. «Eigentlich sollte das ein gewöhnlicher Badibesuch werden. Das Turmspringen sehe ich als spannenden Nebeneffekt», sagt sie. Ihr Begleiter Dani Holzer aus Arbon ist von den Leistungen der Wasserspringer sehr beeindruckt. «Ich könnte das zwar nicht, aber vom 3-Meter-Brett würde ich auch noch springen», sagt der 25-Jährige. Tatsächlich zeigen die jungen Frauen in ihren bunten Badeanzügen wirklich mehrere beeindruckende Sprünge wie einen eineinhalb Auerbachsalto gehockt oder einen eineinhalb Delphinsalto gehechtet.
Bewertet werden sie von fünf Punkterichtern. «Die Skala reicht von null bis zehn», sagt Roseney, der an diesem Tag auch selbst Punkte verteilt. «Ein guter Sprung wird im Schnitt mit 6,5 bis 7 Punkten belohnt.» Geachtet wird unter anderem auf die Höhe, die Haltung, die Körperspannung und den Grad des Eintauchens.
Titel geht nach Zürich
Dann steht die neue Schweizer Meisterin fest. Die 18jährige Livia Lüscher aus Zürich konnte sich gegen ihre 14 Mitstreiterinnen durchsetzen. «Ich hätte nicht damit gerechnet, dass ich gewinne», sagt sie. Sie habe einfach ihr Bestes gegeben. «Jetzt bin ich sehr glücklich.»
Interessierte Zuschauer
Gut zwei Stunden später sind die Senioren an der Reihe. Während sich die älteren Herren aufwärmen und einige Probesprünge vom 3-Meter-Brett machen, schaut die 71jährige Rentnerin Doris Iseli interessiert zu. «Also ich würde das definitiv nicht mehr machen», sagt die Arbonerin. Nach den Sprüngen spendet sie den Wasserspringern Beifall. «Zuschauer muss es auch geben», sagt sie. Am Ende gewinnt in diesem Wettbewerb Peter Roseney. Sein Geheimnis: «Wenn man oben steht, muss man sich sicher sein, dass man das kann. Dann klappt es auch mit dem Sprung.»
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