Thurgaus Rückhalt

EISHOCKEY ⋅ Man könnte meinen, Janick Schwendener wähle seine Trikotnummer nach seiner Fangquote aus. Vor den Spielen gegen Rapperswil-Jona (heute) und in La Chaux-de-Fonds (am Sonntag) stimmen beide überein.
24. November 2017, 07:38
Matthias Hafen

Matthias Hafen

matthias.hafen@thurgauerzeitung.ch

In der NLB sprechen derzeit alle von den Goalie-Brüdern Melvin und Dominic Nyffeler. Melvin, bei Rapperswil-Jona unter Vertrag, macht aus den St. Gallern ­einen ernstzunehmenden NLA-Anwärter. Und Dominic hexte am vergangenen Dienstag den HC Ajoie in die Cup-Halbfinals. In der Liga weisen die beiden Brüder die beste Fangquote auf. Knapp dahinter: Janick Schwendener. Seine 91,84 Prozent sind nicht minder beeindruckend. Zumal Schwendener bislang jede Partie für den HCT bestritten hat. Kein NLB-Goalie hatte bislang mehr Eiszeit. «Ich fühle mich einfach sehr wohl hier», sagt Schwendener, dessen Lebensfreude ansteckend ist. «Ich geniesse ein Riesenvertrauen der Coaches.» Etwas, das der bei Davos gross gewordene Torhüter braucht, wie er selbst eingesteht. Als er 2015/16 beim SC Bern und die Saison darauf bei Rapperswil-Jona im Konkurrenzkampf stand, waren seine Leistungen unkonstant.

In dieser Saison hat Schwendener grossen Anteil daran, dass der HC Thurgau so gut dasteht wie lange nicht mehr. Trainer Stephan Mair schenkt ihm deshalb noch so gerne das Vertrauen. «Als er vergangene Saison zu uns gestossen war, hatten wir gerade noch die Kurve gekratzt», so Mair. Alleine das zeige, wie wichtig er für die Mannschaft sei.

Club möchte Überlastung vermeiden

Mit einer so deutlichen Nummer eins im Tor steigt jedoch auch das Risiko. Was, wenn Schwendener erschöpft ist? Verletzt ausfällt? «Wir sind an einer Lösung, um ihn zu entlasten», sagt Thurgaus Trainer Mair, ohne Details zu nennen. Schwendener sei zwar einer der fittesten Spieler seiner Mannschaft, wenn nicht der Fitteste. «Aber er kann ja auch mental müde werden.» Und schliesslich soll er auch in den wichtigen Phasen der Meisterschaft ein Rückhalt sein.

Schwendener, der einen Vertrag bis 2019 hat, schreit nicht nach einer Pause. «Es geht tipptopp so.» Mit jeder guten Leistung schöpft er neue Kraft. «Mein Ziel ist immer, das Team so lange wie möglich im Spiel zu halten.» Das dürfte heute um 20 Uhr gegen Melvin Nyffelers Rapperswil besonders anspruchsvoll sein.


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