Sirnach noch kein Aufstiegskandidat

Absteiger Sirnach tut sich in der 2. Liga weiterhin schwer. Im Derby gegen Uzwil II gelingt kein Tor. Derweil zeigt Amriswil, dass es in dieser Saison zu den Spitzenteams gehört. Etwas überraschend spielt auch der FC Diessenhofen munter vorne mit.
29. August 2017, 07:34

Die beiden in der ersten Runde punktelosen 2.-Liga-Clubs Sirnach und Uzwil II trennten sich in der zweiten Runde 0:0. Für Unterhaltung sorgte einzig Schiedsrichter Aziri. Er zückte in einem fairen Spiel schon früh gelbe Karten. Waren die Bestraften anfänglich die Uzwiler, kamen in der zweiten Halbzeit auch die Gastgeber aus dem Hinterthurgau dran. Das Ganze endete mit einem Restausschluss für die ­Sirnacher Nico Manz und Dario Salzer. Salzer lief erstmals im Sirnacher Dress auf.

Trotz eines Sturmlaufs der Uzwiler in den Schlussminuten blieb es beim 0:0, das in den ­beiden Lagern verschiedene Re­aktionen hervorrief. Die Gäste trauerten zwei verlorenen Punkten nach, die sie wegen deutlicher Feldüberlegenheit verdient gehabt hätten. Die Sirnacher schmerzte vor allem der Ausschluss von Goalie Salzer wegen zweimaligen Reklamierens. Sein Ersatz Gabriel Akin weilt nächste Woche in den Ferien und steht nicht zur Verfügung. Trotz der vielen Verwarnungen verfälschte Schiedsrichter Aziri das Resultat nicht. Keine Mannschaft hätte den Sieg verdient gehabt. Abschlussversuche waren Mangelware, Torchancen resultierten kaum. Der FC Sirnach, Absteiger aus der 2. Liga interregional, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass seine einzige Sturmspitze zu isoliert war. Die Hinterthurgauer haben nicht ansatz­weise angedeutet, dass sie den Wiederaufstieg im Visier haben.

Souveräner Sieg in ausgeglichenem Spiel

Der FC Amriswil besiegte Rorschach-Goldach auswärts 3:1, ­obwohl die beiden Teams auf ­Augenhöhe spielten. Kaum begonnen, stand es schon 1:0 für die Thurgauer. Arganese schob einen Prellball in die Maschen. Wenig später bewahrte Amriswils Verteidiger Kreis sein Team zweimal vor dem Ausgleich. Und ein gefährlicher Freistoss der Rorschacher krallte sich Goalie Mirseloski. Die nächste hohe Hereingabe der Gastgeber erreichte Ivanusa, der per Kopf unter die Latte zum 1:1 traf. In der zweiten Halbzeit brauchte es eine weitere grosse Parade von Mirseloski, damit Rorschach nicht in Führung ­gehen konnte. Nachdem in der 70. Minute Amriswils Miljic im Strafraum gefoult worden war, versenkte Teamkollege Krasniqi den Foulpenalty zum 2:1. Entschieden wurde die Partie aber erst in der 82. Minute, als Germann in die Spitze ging, einem Rorschacher Verteidiger den Ball abjagte, den herausgeeilten Goalie umkurvte und zum 3:1 traf.

In einer einseitigen Partie gewann der FC Arbon gegen Abtwil-Engelburg 4:2. Trotz Überlegenheit des Heimteams wurde es unerwartet nochmals spannend. Mit einem 2:0-Vorsprung verabschiedeten sich die Thurgauer in die Pause. Weil die St. Galler Gäste seit Mitte der ersten Halbzeit auch noch in Unterzahl agierten, schien die Partie gelaufen. Nach dem Tee rieben sich die Zuschauer aber verwundert die Augen. Die Abtwiler meldeten sich mit einem Doppelschlag zurück. Arbon war zu diesem Zeitpunkt völlig von der Rolle und kassierte nach einer Stunde beinahe das 2:3. Doch erholte sich das Heimteam vom Schock und riss das Spiel wieder an sich. Mit einem Doppelschlag von Joel Haltinner brachte Arbon den Sieg doch noch ins Trockene.

Keiner kann Diessenhofens Gnädinger stoppen

Mit seinen fünf Saisontreffern in zwei Spielen ist Thomas Gnädinger aktuell die effizienteste Kraft in einem starken Diessenhofer Kollektiv. Die Thurgauer liessen auch auswärts gegen Veltheim nichts anbrennen und siegten 3:1. Erneut zeigte sich Diessenhofen kämpferisch stark. Dazu glänzten die Gäste mit Effizienz. Da es zunächst nicht gelang, die Abwehr der Winterthurer auszuhebeln, versuchte es Abwehrspieler ­Göksel Gülay nach einer knappen ­halben Stunde mit einem Weitschuss, der die verdiente Führung brachte. Gnädinger erhöhte mit seinen Toren vor und nach der Pause auf 3:0. In der Nachspielzeit vermieste Veltheims Jan Sutter den Diessenhofern den Shutout – mehr aber nicht.

Calcio Kreuzlingen war für Aufsteiger Wängi der erwartet starke Gegner. Doch dass es vor eigenem Publikum gleich ein 0:5 absetzte, erwarteten auch die Aussenseiter nicht. Calcio war spielerisch deutlich besser und wies den FC Wängi in die Schranken. Zu viele Fehlpässe und zu passives Verhalten seitens der Gastgeber waren ausschlaggebend für das deutliche Verdikt. Nach den teilweise einfachen Spielen in der 3. Liga und den guten Spielen in der Saisonvorbereitung und im Cup ist die Equipe von Trainer Bernhardsgrütter ­definitiv in der 2. Liga angekommen. (uno/ez/wid/ji/raf)


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