Neun Punkte sind nicht abwegig

EISHOCKEY ⋅ Nach der Nationalmannschaftspause geht es für den HC Thurgau morgen zu Hause gegen die EVZ Academy weiter. In der gleichen Woche warten noch Winterthur und die Ticino Rockets.
13. November 2017, 07:11
Matthias Hafen

Matthias Hafen

matthias.hafen@thurgauerzeitung.ch

Der HC Thurgau ist im Dilemma. Soll er als Tabellensechster selbstbewusst das drittplatzierte Langenthal ins Visier nehmen, das nur drei Punkte entfernt ist? Oder doch sicherheitshalber nach hinten blicken, wo unter dem Strich Winterthur und die EVZ Academy auf Ausrutscher der Ostschweizer hoffen? «Am besten konzentrieren wir uns einfach auf uns selbst», sagt Captain Patrick Parati. Er wirkt im Gespräche ebenso gelassen wie als Verteidiger auf dem Eis. Erstmals seit langem musste der HC Thurgau in der Nationalmannschaftspause nicht verpassten Punkten nachtrauern. Die aktuelle HCT-Equipe wirkt so reif wie lange keine mehr. Und nach zehn Tagen Pause ist zu Beginn dieser Woche erst noch der Teppich ausgerollt, um die nächsten Erfolge einzuholen.

«Die Gefahr ist kleiner, dass wir einbrechen»

Morgen und am Freitag spielt Thurgau zu Hause in der Güttingersreuti, am Samstag folgt ein Auswärtsspiel. Gegner sind der Reihe nach die EVZ Academy, Winterthur und die Ticino Rockets – das Trio, das im Moment unter dem Trennstrich klassiert ist. Die Fans träumen bereits von einer Neun-Punkte-Woche. Doch HCT-Captain Parati tritt auf die Euphoriebremse: «Spiele gegen diese Teams sind oft schwierig, weil der Gegner nichts zu verlieren hat.» Klar sei Thurgau in dieser Saison gefestigter als noch vor einem Jahr. «Die Gefahr ist kleiner, dass wir einbrechen. Aber besonders nach einer so lange Meisterschaftspause müssen wir aufpassen, dass wir den Faden sofort wieder finden», so Parati.

Das gegenüber der Vorsaison deutlich breitere Kader und Goalie Janick Schwendener seien Garanten für den Erfolg. «Trotzdem sind auch wir nicht gefeit davor, eine schlechte Phase einzuziehen», sagt der Team-Captain. «Wir haben zwar immer mehr Spieler, die Verantwortung übernehmen. Aber wir haben auch zahlreiche unerfahrene Junge im Kader. Das darf man nicht vergessen.» Dass der HCT heuer weniger abhängig vom NLA-Partnerteam Davos sei, habe sich schon mehrfach ausbezahlt, sagt Parati. «Alle vier Linien von uns können das Spiel positiv beeinflussen.» Alle hätten ihre Rolle und setzten diese gut um.

Kein NLB-Team spielt weniger Powerplay

Trotzdem sieht auch Parati noch eine Menge Potenzial beim HC Thurgau. Nach drei freien Tagen ohne Training galt die Konzen­tration deshalb zuletzt ganz dem eigenen Spiel und wie es ver­bessert werden kann. «Aus dem Powerplay müssen wir viel mehr herausholen», sagt Parati. Denn die Thurgauer erhalten so wenige Überzahlgelegenheiten wie kein anderes NLB-Team. Und wenn sie dann im Powerplay agieren, nutzen sie im Durchschnitt nur 17,19 Prozent davon. Das soll sich künftig ändern. Vielleicht sind erste Fortschritte bereits im Heimspiel von morgen um 20 Uhr gegen die EVZ Academy erkennbar.


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