Näher an die Topteams heran

HANDBALL ⋅ In der zweiten Saison auf höchstem Niveau streben die NLA-Frauen des HSC Kreuzlingen als Erstes den erneuten Ligaerhalt an. In zweiter Linie wollen sie den Abstand zur Ligaspitze verringern.
08. September 2017, 07:14
Markus Rutishauser

Markus Rutishauser

sport@thurgauerzeitung.ch

Im Schnellzugstempo sind die Kreuzlingerinnen von der 2. Liga bis in die NLA aufgestiegen. Im ersten, schwierigen Jahr auf höchster Ebene erreichten sie dank einer starken Abstiegsrunde am Ende den Klassenerhalt. Auf die am Sonntag beginnende neue Saison wollen die Thurgauerinnen nun versuchen, sich in der höchsten Spielklasse im gesicherten Mittelfeld zu etablieren. Um dieses Ziel erreichen zu können, haben sie unter ihrer neuen Cheftrainerin Kristina Ertl in der Vorbereitung neue Wege beschritten. So investierte man mit dem Team von Elson Kaba­shi, der auch mehrere Schweizer Fussballprofis betreut, sehr intensiv in den Kraftbereich, die Fitness und die Beweglichkeit. Aufgrund der Tatsache, dass der HSCK weiterhin über ein ziemlich schmales Kader verfügt, versucht er so verletzungsbedingte Ausfälle zu minimieren.

Königstransfer aus der Bundesliga

«Neben einer zusätzlichen Abwehrvariante haben wir auch viel an unserer Schnelligkeit gearbeitet», sagt Ertl. Die 31-Jährige hat auf diese Saison hin von der Spielerinnenbank auf den Trainerstuhl gewechselt. Sie absolviert aktuell in Magglingen den Lehrgang zur Profi-Trainerlizenz. Unterstützend zur Seite stehen ihr der Goalietrainer Holger Hug sowie Teammanager Roger Järmann.

Mit der Verpflichtung der ehemaligen deutschen Nachwuchsinternationalen Katharina Winger vom Bundesligaclub Schwaben Hornets ist den Verantwortlichen um die neue Sportchefin Irena Singer-Duhanaj ein Königstransfer gelungen. Die 22-jährige Rückraumspielerin Winger kommt zwar erst von einer langwierigen Verletzung zurück, zeigte aber in der Vorbereitung, dass sie eine grosse Verstärkung ist. Nach einer Pause wieder zurück ins NLA-Kader kehrt Jacqueline Maier. Sie kann sowohl am Kreis als auch auf Linksaussen eingesetzt werden. Dazu sollen die beiden 17-jährigen Talente Lea Rothacker und Kyra Scherrer (neu von Brühls U18) so viel Einsatz- und Bewährungszeit wie möglich erhalten. Ansonsten kann Trainerin Ertl auf praktisch alle Spielerinnen der ersten NLA-Saison zurückgreifen. Dazu gehören auch die beiden Sloweninnen Martina Strmsek und Katja Sivka. Einzig Anina Veit und ihre Schwester Janice verliessen den HSCK in Richtung Ligakonkurrent Winterthur.

Weniger Vorrunde, mehr Finalrunde

Für die Saison 2017/18 hat die höchste Schweizer Liga der Frauen Änderungen im Spielbetrieb vorgenommen. Die Vorrunde wurde auf 14 Spiele reduziert, im Gegenzug wurde die Final- und Relegationsrunde ausgeweitet. Die vier besten Teams nach der Vorrunde bestreiten die Finalrunde, die vier Clubs auf den Rängen fünf bis acht spielen gegen den Abstieg. Gemeinsam mit den vier NLA-Teams bestreiten neu die beiden besten NLB-Equipen eine Auf-/Abstiegsrunde. Die beiden Letztplatzierten spielen in der nächsten Saison in der zweithöchsten Liga.

An den vier Topteams Brühl St. Gallen, Spono Nottwil, LK Zug und Rotweiss Thun dürfte es auch in der neuen Meisterschaft kein Vorbeikommen geben. Dahinter scheint aber einiges möglich. Kreuzlingen muss versuchen, sich möglichst vor Yellow Winterthur sowie den beiden Aufsteigern GC Amicitia Zürich und Herzogenbuchsee zu klassieren. In der NLB gelten die Absteiger BSV Stans und ATV/KV Basel als erste Anwärter auf eines der beiden Tickets für die Auf-/Abstiegsrunde, zu der alle Teams mit null Punkten starten werden.


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