Mit Waffen unterwegs

MILITÄRSPORT ⋅ Am Sonntag absolvierten bei winterlichen Verhältnissen 2200 Läuferinnen und Läufer erfolgreich den 83. Frauenfelder Militärwettmarsch über die Halb- und Marathondistanz von Frauenfeld nach Wil und zurück.
20. November 2017, 07:09
Rudolf Steiner

Rudolf Steiner

sport@thurgauerzeitung.ch

Besser als prognostiziert, aber schlechter als in den vergangenen Tagen präsentierte sich das Wetter am Sonntagmorgen beim Start der 228 Waffenläufer – darunter 17 Frauen – zum 83. Frauenfelder Militärwettmarsch auf dem Frauenfelder Marktplatz. Bei Temperaturen knapp über null Grad und teilweise kurzen Regen- und Graupelschauern legten die Waffenläufer die 42 Kilometer von Frauenfeld nach Wil und zurück zum Ziel bei der Kaserne in Frauenfeld vor vielen applaudierenden Zuschauern zurück.

Am Sonntag starteten bei winterlichen Verhältnissen 2200 Läufer und Läuferinnen beim 83. Frauenfelder Militärwettmarsch über die Halb- und Marathondistanz von Frauenfeld nach Wil und zurück. Die Sportler starteten in sechs Kategorien: Waffenlauf, Marathon und Halbmarathon mit den jeweils zwei Unterkategorien Frauen und Männer. (Bilder: Donato Caspari)

Bereits in der Steigung ausgangs Frauenfeld war das Feld weit auseinandergerissen, angeführt von den beiden Spitzenläufern Bodenmann und Josef, dem Sieger der beiden Vorjahre. Die beiden Sportler lieferten sich auf 30 Kilometern bis knapp vor Weingarten einen ausgeglichenen Kampf. Kurz vor Stettfurt war es dann aber um den Appenzeller Heinz Bodenmann aus Gais geschehen, der wegen eines Hungerastes einbrach und vom 30-jährigen Winterthurer und Sieger 2016 und 2015 Raphael Josef um fast vier Minuten distanziert wurde. Während Josef mit der Zeit von 2:51:32 die Tages- und persönliche Bestzeit erzielte, gewann Bodenmann in 2:55:34 die Kategorie M30, in der er dieses Jahr erstmals startete. «Kurz vor Weingarten erlitt ich wegen einer verpassten Verpflegung in Wil einen Hungerast und vermochte Raphael Josef nicht mehr zu folgen. Zudem machte mir die kalte Luft ziemlich zu schaffen und vielleicht hatte ich den Berlin-Marathon – in der Zeit von 2:26:35 – von Ende September noch in den Beinen», sagte der Appenzeller im Ziel.

Wie viele andere wurde er aber beim Zieleinlauf vom Publikum mit grossem Applaus empfangen und von seiner Frau Annelies und der knapp zweijährigen Tochter Anna in Obhut genommen, die sich rührend um ihn kümmerten. Gar die ganze Familie mit Vater Willy und Mutter Luzia und seiner Ehefrau Fabienne von Seriensieger Josef war am Ziel und auf der Strecke im Einsatz. «Ich hatte dieses Jahr wegen meiner Hochzeit nur eine vierwöchige, aber intensive Vorbereitungszeit», so Josef im Ziel. Auch ein Thurgauer war beim Waffenlauf vorne dabei: Der 38-jährige Marco De Martin aus Aadorf lief die drittbeste Tageszeit von 2:57:00 und wurde Zweiter in der Kategorie M30.

Thurgauerin ist Siegerin des Marathons

Aber nicht nur die Waffenläufer, sondern auch die Sportler in den übrigen Kategorien haben alles gegeben: Rund 1992 Läufer meisterten erfolgreich die Marathon- oder Halbmarathonstrecke. Sieger des Marathonlaufs wurde der Zürcher Bernhard Eggenschweiler mit einer Zeit von 2:43:54, knappe sechs Minuten hinter ihm lief Jan Walter aus Lenggenwil ins Ziel. Bei den Frauen siegte Katharina Hediger aus Berg TG mit 3:09:55. Im Halbmarathon holten sich Andreas Kyburz und Franziska Meier den Sieg.


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