Im Tiefflug nach Weinfelden

Heute um 20 Uhr empfängt der NLB-Club Thurgau im Cup den Titelverteidiger Kloten – nicht ohne Chance.
19. September 2017, 05:17

Der EHC Kloten lebt derzeit vor allem von seinem Namen und seiner erfolgreichen Historie. Der Meister der Jahre 1967, 1993, 1994, 1995 und 1996 ist mitten in einem Wandel: Vom überteuerten Spitzenteam zum bescheidenen Dorfclub à la Langnau. Doch wenn das sportliche Aushängeschild der Stadt Kloten künftig als Dorfclub herhalten muss, dann stimmt etwas nicht.

Defizite sollen der Vergangenheit angehören

Der Grund für das Umdenken am Schluefweg sind die Finanzen. Jährliche Defizite von fünf Millionen Franken und mehr machten den Zürcher Unterländern das Leben in der NLA je länger desto schwerer. Diverse Besitzerwechsel waren die Folge. Mit dem neuen Eigentümer Hans-Ulrich Lehmann ist nun die ökonomische Räson zurückgekehrt. Lehmanns Vision ist es, den EHC Kloten in der Saison 2018/19 kostendeckend zu führen. Statt auf Ausländer und Nationalspieler wird der Serienmeister der 1990er-Jahre künftig primär auf Spieler aus dem eigenen Nachwuchs setzen. Diese Transformation ist in vollem Gang – und wirkt sich direkt auf den sportlichen Erfolg aus.

In fünf NLA-Runden keinen Punkt gewonnen

Der EHC Kloten reist als NLA-Letzter zum heutigen Cupspiel nach Weinfelden. Als einziges Team haben die Zürcher in den ersten fünf Runden keinen Punkt gewonnen. Die Gelegenheit für den HC Thurgau könnte nicht besser sein, erstmals einen Oberklassigen aus dem Cup zu werfen. Doch die Vorzeichen sind auch trügerisch. Denn selbst wenn die Klotener derzeit nicht vom Fleck kommen: Mit Spielern wie Denis Hollenstein, Vincent Praplan, Matthias Bieber oder Mattias Bäckman sind sie noch eine hohe Hürde für einen NLB-Club.

 

Matthias Hafen


Leserkommentare

Anzeige: