Herber Rückschlag im Wallis

EISHOCKEY ⋅ Der HC Thurgau verliert gegen den EHC Visp 1:4 und kann damit nicht an die erfolgreiche Phase der vergangenen neun Partien anknüpfen. Gegen die Walliser agieren die Ostschweizer 40 Minuten lang zu passiv.
28. Oktober 2017, 08:36
Thomas Ammann, Visp

Thomas Ammann, Visp

sport@thurgauerzeitung.ch

Thurgau startete mit einer grossen Portion Selbstvertrauen ins Auswärtsspiel gegen Visp. 20 Punkte und sieben Siege resultierten aus den vergangenen neun Partien Die viertplatzierten Ostschweizer waren gegen die achtplatzierten Walliser leicht zu favorisieren. Doch es waren die Hausherren, die ab der ersten ­Minute die Gangart diktierten. Thurgau war kaum in Puckbesitz, verlor viele Zweikämpfe und leistete sich wiederholt Fehlpässe. Bei den Versuchen von Luca Hischier oder dem US-Amerikaner Dan Kissel brauchte es einen hellwachen Torhüter Janick Schwendener, um nicht früh in Rückstand zu geraten. Gegen Ende des Startdrittels erhöhte Visp die Kadenz immer mehr und schnürte die Thurgauer ein. Doch mit etwas Glück und einem starken Schwendener retteten die Gäste das schmeichelhafte 0:0 in die erste Drittelspause.

Parati erweist dem Team einen Bärendienst

Was sich im ersten Drittel bereits angedeutet hatte, wurde im zweiten Abschnitt immer offensichtlicher. Der EHC Visp schaltete und waltete nun nach Belieben, liess den Gästen keinen Raum und kombinierte sich zu hochkarätigen Gelegenheiten. Tomas Dolana vergab die sichere Führung, als er vor dem leeren Tor ­einen Moment zögerte und Schwendener damit die Möglichkeit gab, mit einem sensationellen Hechtsprung den Abschluss zu parieren. Aber ab Spielmitte münzten die Walliser ihre Überlegenheit auch in Tore um. Zuerst fand eine freiliegende Scheibe nach einem Gestocher den Weg ins Thurgauer Tor. Kissel liess sich als Torschütze feiern. Fünf Minuten später lenkte Patrick Parati einen Visper Querpass unglücklich ins eigene Tor ab. Und kurz vor Drittelsende luchste Mark Van Guilder Parati hinter dem Tor die Scheibe ab, bediente den freistehenden Kissel, der seinen zweiten Treffer erzielte.

Der HC Thurgau spielte zu passiv, harmlos und unorganisiert. «Wir liessen in den ersten 40 Minuten jeglichen Biss vermissen», sagte Trainer Stephan Mair nach der Partie. «Wir versuchten, die Probleme spielerisch zu lösen, anstatt kämpferisch dagegenzuhalten.» Dadurch habe man zu viele Zweikämpfe verloren und Puckverluste produziert.

Kindschi trifft im ersten Spiel

Erst im letzten Drittel zeigten die Ostschweizer Kampfgeist. Auftrieb gab ihnen der erste Treffer nach 65 Sekunden, als Simon Kindschi von der Strafbank kommend von Adrian Brunner lanciert wurde und zum 1:3 traf. Für Kindschi war es im ersten Spiel nach seinem Transfer vom HC Davos das erste Tor. Danach gestaltete sich das Spiel ausgeglichener – auch weil Visp zurückschaltete. In die Nähe eines Punktgewinns kamen die Gäste jedoch nie. Der 4:1-Sieg nach Oliver Achermanns Treffer ins leere Tor fiel sogar etwas zu knapp aus.

«Wenn ein junges Team einen Lauf hat, besteht immer die Gefahr, dass man nachlässig wird und das Gefühl hat, alles gehe von alleine», sagte Mair. Nun gelte es, wieder zum kämpferischen Spiel zurückzukehren. Am besten bereits morgen um 17 Uhr, dann empfängt Thurgau den HC Ajoie in der Weinfelder Güttingersreuti – ein weiteres Spiel gegen einen Konkurrenten aus dem dicht gedrängten Mittelfeld der Tabelle.


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