«Gelbe Karten gehören dazu»

FUSSBALL ⋅ In der 2. Liga interregional grüsst der FC Frauenfeld von Platz drei. Ein Erfolg auch für den neuen Spielertrainer Sawwas Exouzidis. Aus zwei Partien resultierten vier Punkte – und sieben Verwarnungen.
25. August 2017, 07:37
Matthias Hafen

Matthias Hafen

matthias.hafen@thurgauerzeitung.ch

Sawwas Exouzidis, inwiefern betrüben die sieben Verwarnungen den guten Saisonstart des FC Frauenfeld?

Natürlich sind gelbe Karten wegen Jammerns oder Meckerns unnötig. Aber Verwarnungen, die in Zweikämpfen gründen, gehören einfach dazu. Daran sieht man, dass es die Spieler ernst meinen.

Man könnte auch den Eindruck bekommen, Ihre Spieler seien undiszipliniert.

Als Profi in Griechenland hatte ich einmal einen Präsidenten, der uns nach einer Niederlage vorgeworfen hatte, nicht gekämpft zu haben, weil wir keine einzige gelbe Karte kassiert hatten. So etwas bleibt hängen. Denn er hatte recht. Ich kann die Trainer nicht verstehen, die gelbe Karten grundsätzlich verteufeln.

Aber so werden Ihnen bald einmal Spieler fehlen. Thomas Kargbo und Ermir Selmani sind bereits zweimal verwarnt. Lässt Sie das kalt?

Natürlich muss ein Spieler seinen Einsatz intelligent abwägen. Wenn eine Partie für einen läuft oder wenn eine Sperre droht, dann sollte man eher vorsichtiger ans Werk gehen. Es soll auch nicht die Regel sein, dass wir im Durchschnitt pro Spiel drei oder mehr gelbe Karten kassieren.

Allerdings stimmt beim FC Frauenfeld derzeit auch der Punkteschnitt. Gegen Kreuzligen resultierte ein 1:1, in Einsiedeln ein 2:0-Sieg. Was hat Sie in den ersten Runden am meisten überrascht?

Dass wir gegen eine so starke Mannschaft wie Kreuzlingen über weite Strecken mithalten konnten. In diesem Spiel hat man gesehen, dass wir eine gute Truppe beisammenhaben. Ich kannte die Mannschaft vor dem Saisonstart ja noch nicht richtig, weil wir im Sommertraining zahlreiche Absenzen hatten. Das Beispiel Silvan Eggmann, der, direkt aus den Ferien kommend, neunzig Minuten durchgespielt und erst noch unseren einzigen Treffer erzielt hat, zeigt aber, wie viel Charakter wir in der Mannschaft ­haben.

Beim 2:0 in Einsiedeln war Doppeltorschütze Christian Haag die grosse Figur. Ist er Ihr neuer Goalgetter?

Das würde ich jetzt so nicht sagen. Aber er ist der Beweis dafür, dass nicht nur unsere Stürmer Tore schiessen können. Das macht eine Mannschaft unberechenbar und gefährlich für den Gegner.

Andererseits wurde Ihr prominentester Neuzuzug, Safet Etemi, bereits zweimal frühzeitig ausgewechselt. Was war der Grund dafür?

Sicher nicht, dass er schlecht gespielt hat. Die Auswechslungen erfolgten ja beide Male spät im Spiel. Ihm fehlt im Moment wie vielen in unserem Team vielleicht noch etwas die Fitness. Daran werden wir sicher noch arbeiten.

Morgen um 16 Uhr gastiert der FC Winkeln auf der Kleinen Allmend. Die Stadtsanktgaller verloren gegen Einsiedeln 0:4 und verspielten eine Woche später gegen Rüti einen 2:0-Vorsprung. Eine kleine Hürde für Frauenfeld?

Diesen Fehler werden wir sicher nicht machen. Wir nehmen das Spiel sehr ernst und werden mit dem nötigen Respekt ans Werk gehen. In unserer Liga gibt es keine Übermannschaft. Jedes Team kommt zu seinen Chancen – auch Winkeln gegen uns. Deshalb müssen wir zu hundert Prozent bei der Sache sein.

Drängen sich für das Heimspiel Änderungen in Frauenfelds Aufstellung auf?

Ja, ich habe mir eine kleine Muskelverletzung zugezogen. Auch andere sind angeschlagen. Wir haben Alternativen. Wie die genau aussehen, will ich jetzt aber noch nicht verraten.


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