Die Geister sind vorerst vertrieben

EISHOCKEY ⋅ Der HC Thurgau gewinnt das NLB-Heimspiel gegen die GCK Lions mit 2:1 und verhindert damit die dritte Niederlage in Folge. Überzeugend ist es aber nicht, was die 926 Zuschauer zu sehen bekommen.
29. November 2017, 07:20
Matthias Hafen

Matthias Hafen

matthias.hafen@thurgauerzeitung.ch

Der HC Thurgau hatte gegen die GCK Lions einen überzeugenden Janick Schwendener zwischen den Pfosten – und mit Topskorer Andri Spiller den entscheidenden Torschützen. Vor allem aber hatte die Mannschaft von Trainer Stephan Mair gestern Abend Glück. Zweimal blieb der Puck auf der Torlinie der Thurgauer kleben. Und einmal gab’s sogar Hilfe von oben, als das Gehäuse auf Goalie Schwendener fiel und dadurch ein weiterer Gegentreffer verhindert wurde.

Nein, überzeugend war es nicht, was der HCT im Heimspiel gegen den Tabellenzehnten zeigte, aber immerhin effizient. Dank des Vollerfolgs überholten die Thurgauer in der Tabelle den spielfreien EHC Visp und grüssen wieder von Platz fünf. Thurgaus Bilanz ist nach zuletzt zwei Niederlagen bereinigt, die grün-weiss-gelbe Welt wieder in Ordnung. Am Ende zählt eben nur der Sieg. Schon morgen wird niemand mehr fragen, wie er denn zustande gekommen ist. Gänzlich irrelevant ist es aber nicht.

Beinahe wieder ein Fiasko im zweiten Drittel

Wie schon gegen Rapperswil-Jona und La Chaux-de-Fonds, startete Thurgau gut ins Spiel. Der Kanadier Jaedon Desche­neau brachte den HCT in der 13. Minute mit einem herrlichen Schuss ins hohe Eck in Führung. Doch gab sich das Heimteam äusserst minimalistisch, holte zu wenig aus seiner Überlegenheit heraus. Die harmlosen GCK Lions brachten in den ersten 20 Minuten nicht mehr als einen Weitschuss ihres amerikanischen Topskorers Ryan Hayes zustande.

Im zweiten Drittel aber, da brauchte es das ganze Können des Rückkehrers Janick Schwendener. Der ausgeruhte HCT-Goalie, der am Sonntag in La Chaux-de-Fonds von Pascal Caminada vertreten wurde, zeigte sich als einziger Thurgauer während der gesamten Partie auf der Höhe. Gleich zweimal rettete Schwendener gegen einen GCK-Spieler, der solo auf ihn losstürmte.

Hätten die Zürcher spielerisch etwas mehr Klasse gehabt, wäre das Mitteldrittel wieder zum Fiasko geworden für Thurgau. Es scheint der Equipe von Trainer Mair einfach nicht zu liegen. In der 22. Minute nutzte GCK-Captain Tim Ulmann eine Zweiminutenstrafe gegen Cam Braes zum Ausgleich. Und dann kam eben das Glück ins Spiel, das den HCT vor einem Rückstand bewahrte, der nach 40 Minuten mehr als korrekt gewesen wäre.

Die Souplesse ist abhanden gekommen

Doch die Thurgauer hielten sich im Spiel. Auch, weil sie den Kampf gegen die jungen Zürcher annahmen. Am Willen lag es nicht, dass der HCT wieder nicht auf Touren kam. Doch ist offensichtlich die Souplesse weg, die das Team in den vergangenen Monaten auszeichnete. Immerhin scheint ihm die Kaltblütigkeit noch nicht abhanden gekommen zu sein. Topskorer Spiller nutzte in der 43. Minute eine Überzahl zum entscheidenden 2:1.


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