Das Mass aller Dinge

FAUSTBALL ⋅ Wigoltingen dominiert den Cupfinal gegen ein dezimiertes Diepoldsau und gewinnt verdient 5:1. Damit krönen die Thurgauer ihre starke Feldsaison mit dem erneuten Double-Gewinn.
03. Oktober 2017, 05:17
Fabio Baranzini/Yannick Signer

Fabio Baranzini/Yannick Signer

sport@thurgauerzeitung.ch

Die Neuauflage des Cupfinals von 2016 versprach viel Spannung. Wigoltingen als Favorit auf dem Weg zum Double, Diepolds­au als Herausforderer, der sich für den enttäuschenden vierten Platz am Final-Event rehabilitieren wollte. Doch es kam anders. Die Rheintaler mussten ihre Aufstellung aufgrund einer Schulterverletzung von Hauptangreifer Lukas Lässer komplett umstellen. Dies hatte auch zur Folge, dass Christian Lässer erstmals in dieser Feldsaison den Service übernehmen musste. «Die Schulter von Lässer war nach der langen Saison angeschlagen, und wir wollten nichts riskieren», sagte Diepoldsaus Captain Malik Müller. «Für uns war damit aber klar, dass es fast unmöglich würde, Wigoltingen zu besiegen.»

«In der Defensive haben wir mehr Bälle geholt»

So sicherten sich die Thurgauer wie bereits im Vorjahr das Double, holten nach dem Schweizer- Meister-Titel also auch noch den Cupsieg. Sie entschieden den Final mit 5:1 (11:7, 11:7, 8:11, 11:8, 11:6, 11:8) zu ihren Gunsten. Denn Wigoltingen liess sich von der ungewohnten Aufstellung des Gegners nicht aus dem Konzept bringen und zeigte einmal mehr eine souveräne Leistung. «Ueli Rebsamen hat gut serviert, in der Defensive haben wir mehr Bälle geholt als Diepoldsau und zudem weniger Eigenfehler gemacht», analysierte Wigoltingens Trainer Raphael Michel nach der Partie. Michels Team begann hoch konzentriert und erspielte sich im ersten Satz schnell einen Vierpunkte-Vorsprung. Zwar kamen die St. Galler nochmals auf 7:8 heran, doch Wigoltingen konterte postwendend und entschied den ersten Durchgang mit 11:7 für sich.

Ähnlich ging es im zweiten Satz weiter. Zwar eroberte zunächst Diepoldsau die Führung, doch reagierte der Titelfavorit aus dem Thurgau mit sieben Punkten in Folge. So gelang die Wende zum neuerlichen 11:7.

Ein Funke Hoffnung für Diepoldsau

Im dritten Satz schlichen sich bei Wigoltingen Eigenfehler ein, was Diepoldsau den Satzgewinn mit 11:8 ermöglichte. Doch es sollte sich nur um ein Strohfeuer des Aussenseiters handeln. Denn die letzten zwei Sätze gingen wieder eindeutig an Wigoltingen.

Damit bleiben die Thurgauer das Mass aller Dinge im Schweizer Faustballsport auf dem Feld. Nach dem Double im vergangenen Jahr und dem Gewinn des Europapokals holten die Wigoltinger auch in diesem Jahr beide nationalen Titel und zudem die Bronzemedaille am Champions Cup. «Dass es uns gelungen ist, die Leistung aus dem Vorjahr zu wiederholen, ist für mich und mein Team eine Riesensache», sagte Trainer Michel.

Aufstellung

David Berger, Martin Dünner, Marco Eymann, Reto Eymann, Pascal Iseli, Ueli Rebsamen, Yannick Signer, Mathias Ziereisen, Res Rebsamen. – Trainer: Raphael Michel. – Betreuer: Pascal Wyss.


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