Amriswil mit Punktemaximum

VOLLEYBALL ⋅ In einer NLA-Doppelrunde gewinnt der Meister zunächst das turbulente Spiel gegen Dauerrivale Näfels knapper, als es das 3:0 vermuten lässt. Mühe bekunden die Thurgauer dann auch beim 3:0 gegen Uni Bern.
06. November 2017, 07:33
Bernhard Windler

Bernhard Windler

sport@thurgauerzeitung.ch

Deutliche Gästeführungen, beeindruckende Aufholjagden, vier Service-Asse in Serie, gelbe Karte, gelb-rote Karte, rote Karte mit Punktverlust: Die NLA-Partie zwischen Volley Amriswil und Näfels beinhaltete alles, was ein Volleyballspiel unterhaltsam macht. Die Begegnung war aber nicht von ganz grosser Klasse; dafür machten die beiden Spitzenteams zu viele Fehler.

Näfels startete stark ins Spiel. Über 10:5 erhöhte der Meisterschaftszweite der vergangenen Saison in der Tellenfeldhalle bis auf 17:11. Amriswil machte viele Fehler in der Annahme, und die Aussenangreifer brachten die Bälle nicht auf den Boden. Doch dann kam die grosse Viertelstunde des Meisters. Über 13:17 und 17:20 kam er dem hartnäckigen Gegner langsam näher. Und nachdem Djokic viermal aufgeschlagen hatte, führte plötzlich das Heimteam. Noch einmal ging Näfels mit 23:22 in Führung, doch Steigmeiers Service führte dann zum Satzgewinn für Amriswil.

Steigmeiers Asse bringen Amriswil zurück

Auch im zweiten Satz setzte sich Näfels sofort ab. Bei 7:2 lagen schon fünf Punkte zwischen den beiden Teams, was bis zum 12:7 der Gäste anhielt. Einige Minuten später stand es 14:12 für Näfels, als Amriswils Steigmeier zum Aufschlag schritt. Gleich vier Service-Asse donnerte er den verdutzten Gegnern ins Feld, und schon führten die Thurgauer mit 16:14.

Doch wie gewonnen, so zerrann der Vorsprung, als Ehrat für Näfels servierte. Plötzlich stand es 17:21. Amriswils Coach Pavlicevic wechselte für den Aufschlag den jungen Kesten anstelle von Ljubicic ein, und ihm gelang der Ausgleich zum 21:21. Mit etwas Glück und einem überragenden Radovic mit Kurzangriffen über die Mitte holte sich Amriswil auch den zweiten Satz. Im dritten Durchgang führte Näfels 2:1, als der Linienrichter einen Amriswiler Angriff gut gab, was die Glarner umgekehrt sahen. Dalibor Polak, Näfels’ Coach, kickte einen Ball ins Publikum. Folge davon: Gelb-rote Karte, was ein Coaching-Verbot für den Satz bewirkte.

Darob verloren die Glarner den Faden, was den Amriswilern erlaubte, bis auf 16:11 in Führung zu gehen. Doch holten die Gäste wieder auf, bis sich bei 17:16 der Näfelser Martinez übermässig enervierte. Für sein Reklamieren erhielt er die rote Karte, was automatisch einen Punkteverlust bedeutete. Die 18:16-Führung liessen sich die Amriswiler nicht mehr nehmen. Mit 25:21 gingen Satz und Spiel an die Thurgauer.

Berner machen Amriswil das Leben schwer

Im Sonntagsspiel gastierte der Tabellenletzte Uni Bern beim Meister. Die mit Baghdady und Kesten anstelle von Djokic und Ljubicic angetretenen Amriswiler gewannen mit einiger Mühe gegen einen aufopfernd kämpfenden Aufsteiger. Die Berner hatten zwar nie Satzball, machten dem Favoriten aber das Leben bis zum buchstäblich letzten Ballwechsel schwer.


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