Wer geht mit bis zum Schluss?

KREUZLINGEN ⋅ Der klare Vorsprung von Thomas Niederberger nach dem ersten Wahlgang ums Stadtpräsidium bringt die anderen Kandidaten ins Grübeln. Die Parteien überdenken ihre Strategien.
28. November 2017, 08:03
Urs Brüschweiler

Urs Brüschweiler

urs.brueschweiler@thurgauerzeitung.ch

Der Kreuzlinger Boulevard präsentierte sich am Montag wieder werbefrei. Die Wahlplakate sind aus dem Stadtbild weitgehend be­reits verschwunden, so wie es die Stadt von den Stadtpräsidiums-Kandidaten verlangte. In der Adventszeit werden nun weihnachtliche Sujets dominieren, bevor in der Altjahrswoche, genau am 28. Dezember, der Startschuss für die Plakatierung für den zweiten und entscheidenden Teil des Wahlkampfs fällt. Dieser Zeitpunkt wurde vom Stadtrat explizit auf die Nach-Weihnachtszeit verlegt. Die Vorbereitungszeit für den zweiten Wahlgang am 21. Januar ist damit kürzer als ­üblich.

Nur ein Teilnehmer ist gesetzt

Vielleicht wird neben der Dauer auch die Intensität des Wahlkampfs geringer werden. Denn das Kandidatenfeld erodiert für die Entscheidungsrunde. Einziger sicherer Teilnehmer ist Thomas Niederberger. Mit seinem deut­lichen Vorsprung ist er der grosse Favorit. Am anderen Ende der Rangliste ist die Sache auch klar. Jörg Stehrenberger verkündete gestern über Facebook seinen Rückzug. David Blatter hatte selbes schon am Sonntag mitgeteilt. SVP-Co-Präsident Fabian Neuweiler sagt, die Partei werde nun schauen, wer noch antreten ­werde. Mit Thomas Niederberger habe er nun einen Termin für ein Hearing bei der SVP-Fraktion abgemacht. Am 11. Dezember wird der Stadtschreiber die Gelegenheit erhalten, sich für eine mögliche Wahlempfehlung bei der Volkspartei vorzustellen.

Die CVP war am Sonntag vom schlechten Abschneiden ihres Stadtrates Ernst Zülle überrascht worden. Die «frischen Gesichter» Niederberger und Salzmann hätten wohl im selben Wähler-Pool gefischt, versucht Parteipräsident Walter Schmid eine Erklärung zu finden. Eine Entscheidung über das weitere Vorgehen fällt der Parteivorstand mit ihrem Kandidaten erst am Mittwoch. Die Tendenz geht aber in Richtung Rückzug von Ernst Zülle zu Gunsten einer Unter­stützung Niederbergers.

Schwierige Entscheidungen für FDP und SP

Schwieriger wird die Entscheidungsfindung bei der SP mit Edith Wohlfender und der FDP mit Alexander Salzmann. Beide schnitten zu gut ab, um einfach die Segel zu streichen. Doch realistisch betrachtet, ist der Rückstand zu gross. Sie müssten fast auf ein Wunder hoffen, um Niederberger noch zu überholen.

SP-Präsident Cyrill Huber lässt sich nach der für die Partei positiv verlaufenen Wahl noch nicht in die Karten schauen. «Wir machen keinen Schnellschuss.» Am Mittwoch werde der Parteivorstand zusammen mit Edith Wohlfender das weitere Vorgehen besprechen.

Die FDP-Führung tagte hingegen schon gestern Abend und wird ihre Empfehlung zur Strategie auch zeitnah kommunizieren. Eine Entscheidung über eine Nomination für den zweiten Wahlgang falle jedoch erst an der Parteiversammlung am 4. Dezember. «Wie im ersten Wahlgang, wollen wir unsere Basis entscheiden lassen. Das ist wichtig und das einzig Richtige», erklärt Co-Parteipräsidentin Barbara Jäggi.


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