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St.Galler Tagblatt

St.Galler Tagblatt Online, 12. Mai 2012 01:05:00

Warten auf die Nummer 20 000

Kreuzlingen - Boulevard Eroeffnung

Das Fest zur Eröffnung des Boulevards 2011: Kreuzlingerinnen und Kreuzlinger rücken zusammen. (Bild: Archivbild: Nana do Carmo)

KREUZLINGEN. Kreuzlingen steht unmittelbar vor dem Überschreiten der 20 000-Einwohner-Marke. In den nächsten Tagen oder Wochen dürfte es so weit sein. Auch danach wird das Wachstum noch weitergehen.

URS BRÜSCHWEILER

Elf Paare, die in die Stadt ziehen, sieben Mal eine Drillingsgeburt oder eine Mischung daraus: 21 Personen fehlen in der Statistik der Einwohnerkontrolle noch, dann ist die Grenze erreicht. Kreuzlingens Einwohnerzahl liegt dann über 20 000. Theoretisch könnte es sogar schon heute so weit sein. Die Auswertung über Zuzüge, Wegzüge, Geburten und Todesfälle, welche eine genau Zahl ergibt, wird immer Ende Monat durchgeführt.

Wahrscheinlich schaut man im Stadthaus in diesen Tagen und Wochen aber etwas genauer darauf. Denn Stadtammann Andreas Netzle möchte den Mann oder die Frau, welche die Marke knackt, besonders würdigen. «Der 20 000. Einwohner erhält eine Urkunde, ein Geschenk und einen Besuch des Stadtammanns», schreibt er auf Anfrage der TZ. Netzle erwartet, dass dies noch im Mai oder dann im Juni der Fall sein wird.

Die Grenze ist noch weit weg

Eine allzu grosse Bedeutung misst er diesem Aufstieg in der Statistik aber nicht bei. «Bei gewissen Verbänden steigen wir in eine neue Kategorie auf, was teilweise auch mit höheren Beiträgen verbunden ist», erklärt er nüchtern. Merkt aber noch an, dass er in Baden-Württemberg dann als Oberbürgermeister gelten würde.

In der Nachbargemeinde Tägerwilen, das ebenfalls kurz vor einer Marke steht, machen sich derzeit einige Bewohner Sorgen wegen des Wachstums. Sie lancierten gar eine Petition: «4000 sind genug». Für Kreuzlingen macht sich Netzle keine Sorgen bezüglich der Infrastruktur. «Gemäss Stadtentwicklungsplanung haben wir noch einiges an Potenzial, bis man an Grenzen stösst.» Allerdings schlage sich Wachstum auch in mehr Verkehr nieder. Bis 2030 geht die Stadt von einer Bevölkerungszunahme von jährlich 0,9 Prozent aus. Dass Kreuzlingen sogar einst die Kantonshauptstadt Frauenfeld (rund 23 500 Einwohner per Ende 2011) überholen könnte, verneint Netzle. Dies sei nur mit Gemeindefusionen möglich, wie sie Frauenfeld schon hinter sich habe.

Bauboom bleibt stabil

Kreuzlingen ging einst sogar aus Fusionen hervor. 1927 schlossen sich Egelshofen und Kurzrickenbach zusammen und 1928 kam Emmishofen dazu. 1947 wurde man mit der 10 000. Einwohnerin zur Stadt.

65 Jahre später dauert das Wachstum an. «Der Bauboom ist auf hohem Niveau stabil», sagt Stadtrat Michael Dörflinger. Für etwa zehn Jahre reiche das vorhandene Bauland noch aus. Dieses könnte nach Schätzungen Platz bieten für weitere 1500 bis 3000 neue Stadtbewohner.

Dem Zeitplan voraus

Doch solche Schätzungen müssen nicht immer exakt zutreffen. Bei der Erarbeitung des kommunalen Richtplans während der Jahre 2010 und 2011 ging man davon aus, dass per 1. Januar 2015 zwischen 19 400 und 19 900 Menschen in Kreuzlingen leben werden. Und die maximale Erwartung für 2020 waren 20 900 Einwohner. Kreuzlingen ist dem Zeitplan also einige Jahre voraus.

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