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Tagblatt Online, 01. Mai 2012 13:31:00

Schweizer und deutsche Gewerkschafter marschieren gemeinsam

KREUZLINGEN/KONSTANZ. Kreuzlinger und Konstanzer Gewerkschafter haben am Dienstag den diesjährigen Tag der Arbeit gemeinsam gefeiert. Rund 150 Genossinnen und Genossen marschierten in einem 1.-Mai-Umzug vom Hauptzoll bei Konstanz bis zur Dreispitz-Halle in Kreuzlingen.

Alle vier Jahre kommen die Genossinnen und Genossen auf beiden Seiten des Rheins zusammen. Gemeinsam wollen der Gewerkschaftsbund Kreuzlingen und der Ortsverband Konstanz des Deutschen Gewerkschaftsbunds zeigen, dass die Probleme und die Sorgen der Arbeitswelt nicht vor staatlichen Grenzen Halt machen.

Nur grenzüberschreitende Solidarität könne eine überzeugende Antwort sein, betonte Bernhard Hanke, Ortsvorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbunds Konstanz, in seiner Ansprache vor rund 300 Anwesenden. Es gehe darum, die Renten zu sichern und die Angriffe auf die Sozialversicherungen abzuwehren, sagte Hanke.

Unternehmenssteuer für den Süden
Nicht die Banken, sondern die Lohnabhängigen und die Rentner müssten die Zeche für den Crash in der Finanzwirtschaft zahlen, sagte Andreas Rieger, Co-Präsident der Gewerkschaft Unia. Es müsse endlich Schluss sein mit der Steueroase Schweiz.

Im Süden Europas sei heute ein sozialer Abbau von historischem Ausmass im Gang. «Wenn die EU fortfährt mit ihrer Todspar-Politik, dann reisst sie das ganze soziale Europa in den Abgrund. Dagegen müssen die Gewerkschaften länderübergreifend ankämpfen», sagte Rieger. Die beste Schuldenbremse wäre die Einführung einer europaweiten Unternehmenssteuer.

Höhere Löhne für den Norden
Rieger forderte gleichen Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort. In der Schweiz müssten Schweizer Löhne bezahlt werden, genauso wie in Deutschland deutsche Löhne bezahlt werden sollen und nicht polnische.

Marion von Wartenberg, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Bezirk Baden-Württemberg, sprach sich gegen ungerechte Entlöhnung von Grenzgängern aus: «Wir sagen Nein zu Merkels-Sparpolitik.» Es sei wichtig, gemeinsam gegen diese falsche Politik anzukämpfen. Wer gearbeitet habe, müsse im Alter von seiner Rente leben können.

«Die Stärke eines Volkes misst sich am Wohl der Schwachen», zitierte von Wartenberg die Schweizer Bundesverfassung. Nach 58 Jahren konservativer Regierung sei das Land Baden-Württemberg nun in rot-grüner Hand. Der Aufbruch sei spürbar. Baden-Würrtemberg müsse eine Vorreiterin in der Energiewende sein. (sda)


Leser-Kommentare:
1 Beitrag

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adolfk31 (02. Mai 2012, 07:52)
Wenn ....

Diese gemeinsam so fleissig zusammen arbeiten wie demonstrieren, liegt die EG nicht mehr so ferne .... Tschüss AHV !

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