Direkte Links und Access Keys:

Tagblatt Online, 28. April 2012 12:18:00

Pilotprojekt geht in zweite Runde

Zoom

Manfred Heim, der ärztliche Leiter der Klinik. (Bild: Daniela Ebinger)

GÜTTINGEN. Obwohl das Gesundheitszentrum noch nicht fertig ist, führt die Güttinger Stiftung Sokrates bereits Behandlungen von Krebspatienten durch. Vorerst ambulant und kostenlos. Die ersten Rückmeldungen von Betroffenen sind positiv.

DANIELA EBINGER

Das Gesundheitszentrum Bodensee der Stiftung Sokrates startet Anfang Mai mit seinem Pilotprojekt «ganzheitliche ambulante Rehabilitation für krebskranke Menschen» in die zweite Versuchsphase. Bereits im Februar nahmen elf betroffene Patienten am ersten achtwöchigen Projekt teil. «Wir haben von den Teilnehmern viele positive Rückmeldungen bekommen», sagt Professor Manfred Heim erfreut. Er ist in Güttingen bereits seit zehn Jahren bei der Planung mit dabei und hat seit Anfang Jahr die ärztliche Leitung unter sich. «In der derzeitigen ambulanten Phase ist der Fokus auf dieses neue Pilotprojekt mit einer verkürzten, ambulanten Rehabilitation von Krebspatienten nach einer Akutbehandlung möglich.»

Vieles hilft heilen

Manfred Heim ist auch erfreut, wie gut sich in der ersten Runde das therapeutische Team gefunden hat. Es besteht aus Ärzten, einer Psychologin, Musik- und Physiotherapeuten und einer Homöopathin. Zusammen suchen sie nebst den Gruppentherapien für die Patienten verschiedene, individuelle Therapiemöglichkeiten. Auch Vorträge, Ernährungsberatung, Entspannung und Visualisierung gehören zum umfangreichen Angebot. Damit konnten die Therapiefolgen gemindert, die Akzeptanz der Krankheit verbessert und damit die Lebensqualität gefördert werden. «Mit diesen Projekten kann zudem unser Gesundheitszentrum wertvolle Erfahrungen sammeln», sagt der Professor.

Bald auch stationäre Therapie

Die Erfahrungen der Patienten und des Teams werden in die Gestaltung des Folgeprogramms einfliessen. Im Sinne der Förderung der Komplementärmedizin übernimmt die Stiftung Sokrates die Kosten, die nicht durch die Krankenkassen gedeckt sind. Die Patienten werden einzig zu Beginn und nach der Behandlung mit einem Fragebogen um ihre Meinung und Feedbacks gebeten.

Nach Fertigstellung der Klinik stehen im Herbst grosszügige Therapieräume zur Verfügung. «Damit ist ein stationärer Aufenthalt der Patienten mit integrativer Rehabilitation in kompakter Form über einen Zeitraum von jeweils drei Wochen möglich», sagt Heim. Um die Wünsche und Ziele des Patienten klar zu definieren, ist vor der Aufnahme in die Reha ein ärztliches Gespräch nötig.

Während der Startphase des neuen Gesundheitszentrums Bodensee ist noch keine Krankenpflege möglich. Daher ist eine Selbständigkeit der Patienten Voraussetzung. Behandlungen mit Krankenpflege bietet die Klinik zu einem späteren Zeitpunkt an.

Klinik schliesst eine Lücke

«In der Schweiz ist der Bedarf für stationäre, onkologische Rehabilitationen noch lange nicht gedeckt», sagt Heim. Um den Krebspatienten mit Rehabilitationsbedarf eine gezielte und fachlich kompetente Behandlung anzubieten, ist eine Vernetzung mit den Akutkliniken sowie den zuweisenden Ärzten und Homöopathen geplant. Professor Heim ist überzeugt, dass mit dem Gesundheitszentrum Bodensee in diesem Bereich eine Lücke geschlossen werden kann.





Leser-Kommentare:
keine


Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden.

Kommentar schreiben

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!

Um Inhalte kommentieren zu können, müssen Sie eingeloggt sein.

Noch keinen Zugang? Jetzt kostenlos registrieren!

Anzeige:

tagblatt.ch / leserbilder

facebook.com / tagblatt

 ...